Montag, 17. Juli 2017

Hautsache - über den Alltagsrassismus in unserer Gesellschaft

"Denn viele Leute können sich nicht vorstellen
Und wissen nicht was es heißt,
Wenn dein Sohn neben dir im Bett liegt
Und dir sagt er wär' gerne weiß."
- aus "Superheld" von Samy Deluxe

Neulich laß ich mir den Blogartikel von Rebecca von Elfenkind durch. Ein ganz persönlicher, intimer Text über den Rassismus, den sie und ihre Familie im Alltag erleben. Warum? Weil sie dunkler sind als wir vermeintlichen Otto-Normalverbraucher. Und weil die Menschen engstirnig sind. Vielleicht aber auch einfach nur dumm. Ich weiß es nicht.
Als eine Frau mit heller Haut und straßenköterblonden, glatten Haaren habe ich all diese Erfahrungen zum Glück nicht in meiner Kindheit oder Jugend erleben müssen. Rassismus war lange ein Begriff, der bekannt, aber in meinem Umfeld nicht sichtbar war. Vielleicht weil ich naiv war, vielleicht weil die meisten Freundschaften dann doch auf Personen ohne blinkendes Blaulicht für rassistische Anfeindungen auf dem Kopf beruhten. Ich war mit dem Thema einfach nicht konfrontiert.

Durch das Kennenlernen meines Freundes mit dunkler Haut änderte sich dies. Plötzlich war da der Schwarze, der Afrikaner. Also der Freund, der aufgrund seiner Hautfarbe und seiner Herkunft nur darauf reduziert werden konnte. Auch von vermeintlichen Freunden wurden teilweise verletztende "nur aus Spaß" gesagte Phrasen hineingeworfen. Aber hey, ist schon okay - ich war jetzt also die, die sich auf Polygamie und AIDS einlassen würde. 
Mein Freund war rassistische Äußerungen bereits aus seiner Heimat bekannt. Offiziell mag die Apartheit in Südafrika überwunden, die Trennung besteht aber vielerorts immer noch. So durften wir bereits die einen oder anderen schäbigen Blicke oder Sprüche über uns ergehen lassen, wenn ich ihn in Südafrika besuchte. Weil ich hell und er dunkel war. Wegen einer Farbe.
Nun lebt mein Freund hier in Deutschland und darf sich auch hier teilweise schlimme Sprüche anhören. Er ist noch immer der Schwarze. Der Afrikaner. Manchmal auch der Neger. Der nichts versteht. Der nichts kann. Und kann er doch, ist man erstaunt. Er ist schließlich Afrikaner.
Wenn er mir nach der Arbeit von schlimmen Kunden erzählt, kann ich es manchmal nicht glauben, wie sie sich teilweise äußern. Ich schäme mich für die mir unbekannten Personen. Wie sie sich manchmal zieren, von ihm bedient zu werden. Er könne das ja eh nicht. Wenn er mir am Abend solche Geschichten erzählt, wird mir schlecht, ich werde sauer und rege mich auf. Er bleibt ruhiger - sie seien nur dumm für ihn und manchmal lacht er über sie. Manchmal weist er sie in ihre Schranken. Manchmal klärt er sie über gewisse Ding auf und scheint sogar auf Verständnis zu stoßen. Ich bin froh, dass er was sagt - und auch hier würde ich mir gerne manchmal eine Scheibe abschneiden. Vielleicht lässt die Angst vor dem Fremden einige gar nicht zu ein eigenes Urteil zu bilden bis sie selbst auf das Fremde stoßen. Nur so kann ich mir erklären, warum beispielsweise im Osten Deutschlands trotz wesentlich geringerem Ausländeranteil ein höherer Anteil an rechts-orientierten Menschen lebt.
Manchmal gibt es aber auch Situationen, wo er sich aufgrund seiner Hautfarbe, seiner Herkunft schlechter behandelt fühlt und ich es, nach den Erzählungen oder weil ich dabei war nicht so aufgenommen habe. Situationen, in denen ich nicht weiß, ob betroffene Personen schnell aus Gewohnheit empfindlich reagieren oder meine Blindheit, weil ich selbst nicht betroffen bin, mir im Weg steht.

 
Und dann ist da noch unser Sohn, unser kleiner König, der optisch eher dem Papa zuzuordnen ist. Bei dem kleinen König sieht es bisher "harmloser" aus. Durchaus sind die Kommentare zu ihm immer recht "positiv" oder ...ich sage mal lieber zumindest positiv gemeint. So ist er meist nur "so niedlich mit der dunklen Haut und den Löckchen.", dieses "Schokobaby". Manchmal streicheln sie ihm auch ungefragt durch die Haare, auch wenn die sich nicht sonderlich von rein europäischen Lockenköpfen unterscheiden. Kann man ja mal machen, so wie ich auch dem Herren an der nächsten Supermarktkasse mal schnell den Bart kraule, bevor ich bezahle - nur um mal zu wissen, wie sich so ein Vollbart anfühlt. Die Reaktion von Katarina von Blogprinzessin auf solche Situationen, mit denen sich ja nicht nur Mütter und Väter aus binationalen Partnerschaften konfrontiert fühlen - der Wahnsinn. Manchmal möchte ich mir eine Scheibe ihres Muts abschneiden.
Und dann gibt es Situationen, in denen ich etwas sprachlos und peinlich berührt bin. Wie neulich, als mich zwei ältere Damen, die mit ihrem Rollator an uns vorbeizogen, fragten, ob der Kleine denn Deutsch sprechen würde, weil er doch so dunkel sei. Aber es sind ja niedliche ältere Herrschaften, also versuche ich nett zu lächeln, das Ganze lockerer zu sehen und suche nach einer passenden Antwort. Manchmal können Kinder es aber auch nicht glauben, dass ich die Mama bin. Ich bin ja schließlich hell und er dunkel und sind sichtlich irritiert, wenn ich es dann nochmal bestätige. Aber es war halt ein Kind. Und dann war da noch der Vorfall im Wartezimmer der Kinderärztin, wo u.A. auch ein dunkelhäutiger Mann mit seiner Tochter saß und eine Zeitung laß. Und dann war da dieses Kind mit heller Haut, definitiv schon im Schulalter, mit seiner Mama und fragte seine Mama laut, warum der Afrikaner denn eine Zeitung in der Hand halten würde - er könne doch gar nicht lesen. Eine peinliche Stille, bis der Mann reagierte und meinte "Na klar, kann ich lesen. Ich bin sogar Ingenieur." Die Mama war ebenfalls entsetzt über die Äußerungen des Kindes und ich will ihr keinen Vorwurf machen. Sie tat mir in dem Moment richtig leid, wie sie alle ansahen und sie dabei ihren Sohn fragte, wieso er so etwas sagen würde. Aber ich frage mich, wie dieses Kind zu solchen Äußerungen kommt. Von Mitschülern vermutlich. Aber woher kommen diese zu solchen dummen Aussagen.
Es sind Momente, in denen ich innerlich den Kopf schüttele. Es sind Momente, die mich aber bisher - bis vielleicht auf die Situation im Wartezimmer, in der wir aber nicht direkt involviert waren - nicht sehr entsetzen, im Gegensatz zu Geschichten aus dem Alltag des Königpapas. Es sind aber vielleicht Dinge, die - sofern sie häufiger vorkommen und Gewohnheit werden - meinen Sohn im Alter stören werden. Vermutlich auch mich irgendwann. Weil er reduziert wird. Auf eine Farbe.
Vielleicht wird mein Sohn irgendwann auf den Königspapa und mich zukommen und wie Samy Deluxe's Sohn sagen, dass er gerne weiß sein würde - nur dass wir dann aufgrund unserer vielleicht nicht ganz so kreativen Ader nicht gleich einen Song für ihn dichten können.
Vielleicht ist es aber ja gar nicht so, wenn wir uns alle einfach mal ein wenig anstrengen würden. Wenn wir alle mal langsam akzeptieren würden, dass die Welt bunt ist und wir doch gleich sind. Vielleicht gibt es dann ja doch eine Welt, in denen ich unbekümmert mit meiner Familie von A nach B reisen kann. Vielleicht gibt es dann ja doch eine Welt, in der ich mir nicht solche Gedanken um die Zukunft meines Sohnes machen muss.

Vielleicht wird ja doch alles besser.

Liebe Grüße


Samstag, 15. Juli 2017

Kinderspiele: Spielerisch Fördern für Kinder ab 2, 3 Jahren

Wenn mich jmd. zu einem Spieleabend einlädt, bin ich meistens die Erste, die "Hier!" schreit - leider kommt das aber eigentlich nicht vor ;-). Dabei liebe ich Gesellschaftsspiele - vor allem Siedler mit diversen Erweiterungen fasziniert mich immer wieder. Da ich aber quasi kaum Spielpartner finde, da die meisten nicht diese Begeisterung teilen, muss ich also in den Nachwuchs investieren :D: Mission "Kleiner König wird Spielpartner" läuft.
Es ist wohl allen bewusst, dass ich mit ihm im Alter von fast 2,5 Jahren keine Brettspiele wie Siedler spielen kann, aber - es gibt natürlich eine Reihe von Spielen, die man bereits mit Kleinkindern in dem Alter spielen kann. Das Tolle an vielen dieser Spiele ist, dass man die Kinder - neben der Freude am Spielen - auch noch auf spielerische Art und Weise fördern kann.
Sein Regal ist bereits zu weiten Teilen mit Kinderspielen gefüllt - wenn auch einige eher für die Alterklasse 4 und aufwärts sind. Das liegt daran, dass ich hin und wieder sehr sehr günstig an gebrauchte Spiele komme und dann gleich zugreife ;-).

Heute möchte ich euch ein paar Spiele vorstellen - die meisten können auch durch unterschiedliche Schwierigkeitsgerade von älteren Kindern gespielt werden, so dass auch Geschwisterkinder ihre Freude daran haben. Die meisten vorgestellten Spiele sind mit dem Alter ab 3 Jahren gekennzeichnet - man kann sie aber mit teilweise Einschränkungen auch mit 2jährigen Kindern spielen. Es sind eben letztlich doch nur Altersempfehlungen.


Neben diversen Puzzlen spielen wir aktuell besonders gern:

Der Formen-Kobold
Quelle: Ravensburger

Das Zuordnungsspiel Der Formen-Kobold aus dem Hause Ravensburger gehört zu der Lernspielreihe "spielend Neues lernen". Laut Ravensburger soll die Lernspielreihe dabei helfen "die Entwicklung Ihres Kindes in den lernintensivsten Jahren gezielt unterstützen zu können. Spielerisch wecken diese Lernspiele Freude am Wissen und motivieren so zum eigenständigen Lernen." 
Bei dem vorgestellten Spiel, welches laut Verpackung für ein Alter von 3-6 Jahren empfohlen wird, dreht sich alles um geometrische Formen.
Die ausgewählten Bilder, die in zwei Teile geteilt sind, zeigen Alltagsgegenstände und stellen ferner geometrische Formen dar. So können neben den gängigen Formen wie Kreis, Dreieck, Rechteck und Quadrat auch weitere Formen entdeckt werden. Somit können bereits Kinder in jungen Jahren ein mathematisches Verständnis aufbauen. Gleichzeitig ist das Wissen über geometrische Formen auch für die räumliche Wahrnehmung bedeutsam. Als angeehende Mathelehrerin mag ich also solche Spiele besonders gern.
Das Spiel kann man sowohl alleine als auch mit mehreren spielen. Ferner verfügt es - wie so oft - mehrere Spielvarianten. So sollen beispielsweise in einem Einführungsspiel - was man natürlich auch einfach als eigenes Spiel sehen kann - nur die Formen zusammengesetzt werden. In einem weiteren Spiel sollen die Kinder die zusammengesetzten Teile ihren Umrissen zuordnen. Das mag zunächst einfach klingen, wenn man Gegenstände wie einen Ball, eine Banane und einen Stern vor sich liegen hat. Das Brot, das Osterei sowie das Blatt ähneln sich aber bei diesem Spiel sehr und hier ist also ein genauer Blick gefragt, so dass auch ältere Kinder gefördert werden können. In einer weiteren Variante kann das Spiel als eine Memory Variante gespielt werden.
Der kleine König hat bereits große Freude daran die Gegenstände den Umrissen zuzuteilen.


Leider gibt es das Spiel scheinbar nicht mehr im Laden zu kaufen, was ich gar nicht verstehen kann -auf Seiten wie Ebay Kleinanzeigen werdet ihr aber fündig. Die Kosten betragen ca. 5 Euro.



Zählspaß
Quelle: Haba
Das Spiel Zählspaß aus der Reihe "Meine ersten Spiele" ist von Haba und für das Alter 2+ gekennzeichnet. Bei dem Spiel geht es - wie der Titel schon erkennen lässt - den Kindern einen spielerischen Umgang mit Zahlen zu ermöglichen.
Bauer Tim möchte in diesem Spiel die Tiere mit Kleeblättern füttern. Dazu muss er jedoch zunächst die Tiere einer Sorte zählen und nur, wenn er dann noch auf einem Kleeblatt-Feld landet (oder bereits Glück hatte das Kleeblatt auf dem Würfel aufgedeckt zu haben), kann man ein Kleeblatt an die Tiere verfüttern. 

Das Spiel stellt nur eine Spielidee vor, wobei man im Zahlenraum variieren kann. So kann man für jüngere Kinder beispielsweise nur eine Anzahl von bis zu 5 Tieren pro Sorte heraussuchen und für die älteren Kinder bis 10. 
Neben dem Spiel kann der Spielplan auch für andere, einfache Zählanlässe genutzt werden.


Das Spiel ist optisch - wie wohl jedes Haba Spiel, was ich bisher gesehen habe - sehr schön. Die Spielidee gefällt mir ebenso - obwohl das Spiel bei uns, im Gegensatz zu den Spielen mit Altersempfehlung ab 3 - "schlechter" klappt - was wieder mal zeigt, dass es wirklich nur eine AltersEMPFEHLUNG ist. So zählt er die Tiere zwar mit, hat aber meist seine eigene Art und Weise und zählt dann gerne mal die Zahlenreihe weiter, obwohl es nur vier der Tiere sind. Aber Kinder nehmen nun mal in dem Alter die Zahlenreihe oft als ein Wort wahr. So setze ich meistens die Spielfigur weiter und er darf dann das jeweilige Tier füttern, was er mit Freude macht.

Der Preis beruht sich auf ca. 22 Euro.



Tiere füttern
Quelle: Ravensburger
Das Spiel Tiere füttern gehört wie der Formen-Kobold - siehe oben - ebenso zu der Spielreihe "spielend Neues lernen". Auch dieses Spiel aus dem Hause Ravensburger ist für die Altersklasse 3 bis 6 Jahren ausgeschrieben. 

Bei dem Zuordnungs- und Legespiel beschäftigen sich die Spieler mit acht Tieren (Pferd, Ziege, Hahn, Wildschein, Reh, Ente, Igel und Hase) genauer, indem sie deren Lebensraum etwas besser kennen lernen. So erfahren die Kinder, dass z.B. ein Wildschwein im Wald lebt oder die Ente das Wasser als ihr Zuhause sieht. Gleichzeitig können sie den Tieren das jeweilige bevorzugte Futter zuordnen.
Ferner können die Kinder mit diesem Spiel ihre Feinmotorik stärken. So müssen sie die Tiere sowie die Futterstücke in die Ausstanzungen einordnen.
Auch dieses Spiel weist wieder mehrere Spielvarianten auf. Das Spiel haben wir erst seit Kurzem: Wir ordnen bisher nur die Tiere den Lebensraum-Karten zu und teilweise wird das richtige Futter zugeordnet. Der kleine König hat daran große Freude.

Das Spiel kostet eigentlich ca. 15 Euro. Aktuell gibt es dieses jedoch neben weiteren Spielen aus der Lernspielreihe von Ravensburger bei Lidl im Angebot. Es kostet dort 7,99 Euro.

 

Quelle: Haba
Kikeriki

Der Hersteller Haba empfiehlt das Spiel Kikeriki für Kinder ab 3 Jahren. 

In der Spielanleitung werden vier Spielideen vorgestellt. Die ersten beiden werden für Kinder ab 3 Jahren, die letzten beiden für Kinder ab 4 Jahren empfohlen.

Bei der Variante 1 müssen die Kinder anhand des Farbwürfels erkennen, ob sie diese Karte auch auf ihrer Karte finden können. Ist dies der Fall dürfen sie eine farblich passende Figur aus der Mitte auf ihre Karte stellen. Somit trainieren die Kinder bei diesem Spiel Farben zu erkennen und zuzuordnnen.
Durch die Memo-Variante (Spielidee 3) kann z.B. auch das Gedächnis trainiert werden.

Mein Sohn liebt das Spiel und möchte es beinahe täglich spielen (bisher spielen wir nur die erste Variante). Manchmal ist das Spiel zwar schon nach einer Minute (auch bei anderen Spielen) vorbei, aber er liebt es die Figuren den Farben zuzuordnen. Er konnte die Farben bereits vorher bis auf Lila benennen und zuordnen, allerdings waren sie nicht immer korrekt. Zumindest habe ich den Eindruck, dass sich seine Farbkenntnisse durch das Spiel gefestigt haben. Bei dem Spiel ordnet er die Farben mittlerweile problemlos zu.

Auch dieses Spiel scheint bereits älter zu sein und kann nur noch gebraucht erworben werden. Die Kosten betragen ca. 5 Euro, wenn ich nach dem Spiel auf z.B. Ebay Kleinanzeigen suche.



Ganze und halbe Früchte

Das Zuordnungsspiel beinhaltet 12 Obstsorten, die jeweils auf zwei Karten abgebildet sind. Die Bilder sind jedoch nicht identisch. So weisen Paarkarten immer ein Foto einer ganzen Frucht und ein Foto einer halben Frucht auf. So lernen Kinder spielerisch wie eine bestimmte Frucht äußerlich als auch innerlich aussieht.
In der einfachen Variante können die Kinder die Früchte benennen und die ganze der halben Frucht zuordnen. 
Ältere Kinder können später auch mit den Karten Memory spielen.

Wer sich über die doppelten Früchteseiten wundert: Es gibt auch sogenannte Kontrollkarten, wo nochmal die ganze Frucht neben der halben Frucht abgebildet ist. So können Kinder selbst vergleichen, ob sie die Karten richtig zugeordnet haben. Wir selbst haben sie aber nie gebraucht.

Der kleine König ordnet die Früchte bereits begeistert zu. So konnte er bereits mit 2 eine aufgeschnittene Sternenfrucht erkennen und benennen, obwohl wir diese nie zu Hause haben. Leider gibt es wie gesagt nur 12 Obstsorten und mit der Sternenfrucht sind es wohl nicht unbedingt die gängigsten Obstsorten. So fehlen beispielsweise die Banane oder die Weintraube. Außerdem bräuchte ich für den kleinen König ein Kartenpaar für Physalis ;-).


Dieses Spiel ist kostenlos über Montessori for Everyone (unter Botany: Whole and Half fruit) zu erhalten. Ihr müsst euch den Satz einfach runterladen und ausdrucken. Für eine längere Lebensdauer empfehle ich die Karten jedoch zu laminieren.  


Kennt ihr ein paar der vorgestellten Spiele? Spielen eure Kinder diese auch so gerne? Welche Spiele könnt ihr mir noch empfehlen?

Liebe Grüße

Freitag, 14. Juli 2017

Hilfe, mein Kind ist ein Autofan!

Ich gebe es ja zu - ich interessiere mich Null für Fahrzeuge. Ich freue mich, wenn ich Autos von Zügen unterscheiden kann und nutze natürlich das eine oder andere Transportmittel um mich fortzubewegen. 
Dann kam mein Sohn. Mittlerweile fast 2,5 Jahre. Einer seiner ersten Worte: Trecker (also norddeutsch für Traktor). Es folgten weitere Fahrzeugbegriffe wie Betonmischer etc. und ich mauserte mich langsam zu einer echten Fahrzeug-Expertin, wenn nicht mein kleiner Sohn mich ständig verbessern würde. Neulich zeigte er im Geschäft auf ein Spielzeugauto, was ich erstmal der Rubrik Baustellenfahrzeug zuordnen würde. Er guckte mich an und fragte "Was ist das?" Ich musterte das kleine Fahrzeug erneut und antwortete: "Hmm, ich denke ein Bagger." Er schaute mich an, als hätte ich gerade sonst etwas behauptet und meinte: "Nein, ein Radlader!" und ich fragte mich innerlich nur von wem er das Klugscheißen erlernt hatte. 
Eine Zeit lang durfte ich täglich Flugzeuge beobachten - lag vielleicht auch daran, dass ich ihm immer erzählt habe, dass die alle gerade aus Südafrika kommen oder dort hinfliegen und er mal kräftig winken kann, damit die Oma in Südafrika gegrüßt wird (oops). Nun fliegen die Flugzeuge also meistens nach Südafrika und wenn ich ihm dann schonend beibringen möchte, dass sie vielleicht auch woanders hinfliegen wie z.B. nach Mexiko dann guckt er mich manchmal wieder so an, als hätte ich gerade sonst was Skandalöses erzählt und sagt ganz ernst: "Nein, nach Südafrika" (Was hab' ich da wieder angestellt!). Nach unserem Wien-Trip alleine, siehe Instagram, kam immerhin noch das Reiseziel Wien hinzu :D.
Auch Züge sind absolut faszinierend für ihn. Obwohl der Königspapa bereits im Januar mit dem ICE nach Berlin gefahren ist, erzählt er noch heute!, dass sein Papa gestern (gestern ist für ihn immer irgendwas in der Vergangenheit) ICE gefahren ist. Manchmal arbeitet der Papa auch im ICE - er weiß nur noch nichts von seinem Glück :D.  


Und dann ist da noch die Liebe zu "ganz normalen" Autos - und das obwohl er als Baby absolut ungern Auto gefahren ist und wir auch kein Auto besitzen. Er hat mittlerweile so viele kleine Spielzeugautos und dennoch kann ich mit 98% Wahrscheinlichkeit darauf wetten, dass er zuerst in die Autoabteilung eines Spielzeuggeschäfts rennen würde. Und dann kam im April auch noch mein Neffe für eine Woche zu Besuch und unterhielt sich bei einem Ausflug mit dem Königspapa über Automarken. Seitdem ist unser Sohn völlig verrückt nach Automarken. Es fing an, dass er sobald er ein Audi Zeichen entdecke laut "Audi" rief. Es folgte VW, dann Opel und mittlerweile einige mehr. Es gibt Tage, da schreit er jedem Auto die Marke nach und fragt den Königspapa und mich nach der Marke, wenn er sie doch nicht weiß. Neulich schrie er in seinem Zimmer ganz laut "VW!" bis ich auf einem seiner kleinen Autos das minikleine VW-Zeichen entdeckt habe.


Manchmal stehen wir gefühlte Stunden auf einem Parkplatz, weil er zu jedem Auto läuft und ganz konzentriert die Marke benennt, als wäre er gerade in einer enorm wichtigen Prüfung, die über Leben und Tod entscheidet. Ich stehe daneben und bin fasziniert davon wie sehr er sich daran erfreuen kann oder rufe ein "Nur gucken - nicht anfassen!" dazwischen - aus Angst, dass irgendwas kaputt geht oder die Alarmanlangen irgendwie angehen :D. Oder ich stehe daneben und denke mir: Wahnsinn, ich brauchte also 29 Jahre und ein Kind, um zu wissen, was es für Automarken gibt und wie dessen Logo aussieht (ich kannte wirklich nicht viele und kaum Logos). Es gibt mittlerweile viele Tage, wenn ich alleine unterwegs bin und ich mich ertappe wie ich innerlich "Aaaaaaudi!" rufe, wenn ich einen Audi sichte und das Bedürfnis habe es dem kleinen König mitzuteilen, bis ich bemerke, dass er gerade gar nicht bei mir ist. Ich schmunzel dann und gehe weiter.
Ihr wundert euch also sicherlich nicht, dass der kleine König sich vornehmlich seit längerem neben einzelnen, anderen Büchern (Loooottaaaaa - mein Herz hüpft!) Autobücher und Co. zum Vorlesen wünscht. So darf ich aktuell desöfteren unser Buch "Alles über Autos" durchblättern.


Ferner lässt er eigentlich täglich seine vielen Autos und Züge über seinen Autoteppich (unserer ist ein älteres Modell von Jako-o, ähnliche findet ihr hier) düsen, den er im Februar zum zweiten Geburtstag bekommen hat.

Habt ihr auch solche Autofreaks zu Hause? Oder welche ausgefallenen Vorlieben haben eure Kinder aktuell oder früher einmal?


Liebe Grüße

Mittwoch, 28. Juni 2017

Der Jahreskreis - ein Legekreis zum Ausdrucken

Januar, Februar, März, April - die Jahresuhr steht niemals still.
Mai, Juni, Juli, August  - weckt in uns allen die Lebenslust
September, Oktober, November, Dezember und dann, und dann - fängt das Ganze schon wieder von Vorne an!
Wer kennt es nicht? Das wunderschöne Lied "Die Jahresuhr" von Rolf Zuckowski. Während meines Praktikums an einer Grundschule durfte ich vor kurzem die Monate in der ersten Klasse einführen. Auf der Suche nach einem tollen Einstieg habe ich diesen schönen Legekreis auf dem Blog Ideenreise gefunden und ihn gleich ausgedruckt und laminiert (so ein Laminiergerät ist wirklich super praktisch!). Beim Aufkleben habe ich mich von den Elbmamas inspirieren lassen, damit ich nicht so viele kleine Einzelteile habe.



Da der kleine König bereits das Lied kennt und dauernd erzählt, dass er im Februar Geburtstag hat, Opa im Juni feiern darf usw., dachte ich mir, dass ich den Jahreskreis auch gut zu Hause nutzen kann. Gesagt getan - und so legen wir seitdem ab und an den Jahreskreis zu Hause, gucken uns die Bilder an und singen dazu das Lied von Rolf Zuckowski. Obwohl der Legekreis mittlerweile in einer meiner Materialkisten für die Schule gelandet ist, fragt mich der kleine König tatsächlich ab und an nach dem Jahreskreis. 

Natürlich erwarte ich vom kleinen König nicht, dass er mit seinen nicht mal 2,5 Jahren alle Monate oder gar dessen Reihenfolge kennt - viel mehr nähern wir uns auf spielerische Art und Weise dem Thema. Er zeigt z.B. auf den Clown und dann erzähle ich ihm, dass wir im Februar Fasching feiern und sich einige als Clown verkleiden etc. 


Ich freue mich immer, wenn ich so viele tolle kostenlose Materialien finde. Kennt ihr noch andere Seiten, wo man ab und an etwas Tolles für die Kleinen zum Selbstausdrucken etc. findet? 

Liebe Grüße
 

Samstag, 18. März 2017

Tut tut - hier kommt der Zehnerübergang-Bus

Einige von euch wissen ja sicherlich, dass ich Grundschullehramt mit den Fächern Mathematik und Kunst studiere. Das Studium oder zumindest die Praxisphasen, wie aktuell, machen mir unglaublich viel Spaß und ich freue mich jetzt schon darauf, wenn ich endlich fertig bin und selbst so richtig unterrichten darf. Als Mensch mit vielen kreativen Ideen in mir habe ich schon einige Unterrichtsmaterialien selbst erstellt, welche ich später nutzen möchte. Und da dieser Blog rund um Familie und Kinder handelt, denke ich mir, dass auch solche Themen - rund um Schule - hier reinpassen. Zumal diese Materialien sich ja auch oft für die eigenen vier Wände eignen, um Kindern schwierige Dinge nochmal zu erklären etc.
Mamas und Papas von Erstklässlern dürfen sich vermutlich aktuell gerade über den Zehnerübergang im Fach Mathe "erfreuen". Was für uns Erwachsene mittlerweile ganz einfach ist, ist für die ganz Kleinen eine echte Herausforderung und gehört in der ersten Klasse im Fach Mathe zu den schwersten Lerninhalten.
Während meines aktuellen Praktikums habe ich die Einführung des Zehnerübergangs miterleben dürfen. Hierzu wurde eine Geschichte rund um eine Busfahrt erzählt. Der Bus fuhr zunächst ins rote Dorf und holte dort z.B. 7 Personen ab. Da es sich um einen Doppeldecker-Bus handelte, wollten natürlich alle ganz oben und ganz vorne sitzen. Dann fuhr der Bus ins blaue Dorf, wo 6 Personen einsteigen wollten. Auch sie wollten oben sitzen. Dort waren aber nur noch drei Plätze frei. Also mussten die anderen drei unten sitzen. So ergibt sich aus 7 + 6 = 7 + 3 + 3 = 13. Es wird also ein sogenannter "Zehnerstopp" durchgeführt. Natürlich kann man hier auch eine andere Strategie verwenden und mehr oder weniger sollte es den Kindern auch frei überlassen werden wie sie die Aufgabe lösen, aber ich finde diese Idee für die Einführung nicht schlecht. Gerne dürfen aber erfahrene LehrerInnen dazu äußern :-).
Wenn man natürlich nur die Geschichte hört, ist das wohl ziemlich sinnlos. Bildhafte Unterstützung, besonders in der Grundschule, ist also angebracht. Die Lehrerin nutzte dazu eine Bildvorlage, welche es auf 4teachers kostenlos gibt und nutze dazu große, magnetische Wendeplättchen als Personen.

Die kostenlose Busvorlage ist wirklich nicht schlecht - ich wollte aber dennoch etwas eigenes, nach meinen Wünschen (auch wenn es letztlich nichts mehr mit Mathe zu tun hat ^^, aber... da kommt wohl die Kunstlehrerin in mir zum Vorschein hehe) und habe mich schließlich selbst vor den PC gesetzt und gebastelt - aber mich stark an der Vorlage orientiert :-). Die Datei habe ich extra ganz groß erstellt, damit man sie auch problemlos sogar bis A1 drucken kann. Ich habe es ehrlich gesagt aber noch gar nicht ausprobiert und auch nicht am PC nachgemessen wie groß die Fenster sind, so dass ich weiß wie groß ich die Vorlage für die Tafel drucken muss, wenn ich die oben verlinkten 5cm großen Wendeplättchen nutzen möchte. Wie auch immer: Meine Busdatei mit kleinen Zusatzmaterialien für die Geschichte sowie ein Blatt nur mit dem Bus als kleinere Datei (A4 druckbar) für jedes Kind (dazu kann man dann die kleinen, gängigen Wendeplättchen nutzen) habe ich auf Lehrermarktplatz.de zum kostenlosen Downloaden hochgeladen.

Ich habe mir den Bus bereits in A4 ausgedruckt, laminiert und ausgeschnitten und bin mit dem Ergebnis, siehe Instagram, sehr zufrieden.

Apropos Praxisphase. Das ist auch der Grund, warum es hier wieder so still geworden ist. Ich mache aktuell ein langes Praktikum bis zu den Sommerferien, muss dazu Unterrichtsstunden planen und durchführen und schreibe nebenbei aber noch Klausuren und Hausarbeiten und ...ach ja...ein zweijähriger Junge fordert auch noch meine Aufmerksamkeit :-). Ich bin gerade "etwas" ausgelastet. Da es aber in den kommenden Wochen zumindest unitechnisch etwas ruhiger zu geht, hoffe ich mein zweites "Baby" hier auch mal wieder zu füllen.

Liebe Grüße