Freitag, 31. Juli 2015

Von Schlafproblemen und anderen Dingen

Und schon wieder sind drei Monate vergangen, in denen ich nicht gebloggt habe. Drei Monate, in denen sich unser kleiner König von einem winzigen gar "unbeteiligten" Baby zu einem "Ich stelle hier alles auf den Kopf" Baby wandelte. Mittlerweile kann man schon "so viel mit ihm anfangen": Er rollt sich und versucht angestrengt auf die Knie zu kommen. Er hat so viel Kraft in den Beinen, dass er neulich gegen seinen Spielbogen-Erlebnisdecke trat, die daraufhin einmal über ihn fiel... Er lacht und freut sich, wenn ich ihm seine Lieblingslieder vorsinge (Wenn ich "Action, ich will Action" von Volker Rosin singe, wird er in der Regel immer ruhig, auch wenn vorher alles für ihn uncool war...). Er isst mittlerweile zweimal am Tag - morgens, nachmittags und einmal nachts stille ich ihn. Das klappt alles ganz gut - nur das Schlafen (bis auf nachts) bereitet mir Kopfzerbrechen und Kopfschmerzen.
Neulich saß ich im DELFI Kurs (kann ich nur empfehlen!) und bekam ein Gespräch einer Mama mit, die sich "sorgte", dass ihr Sohn (ca. halber Monat älter als unserer) drei Stunden Mittagsschlaf am Stück macht. Ich saß da und erwischte mich dabei neidisch auf sie zu sein. Drei Stunden am Stück! Was würde ich dafür manchmal geben?  Und was dafür, dass unser Sohn einfach so einschläft? 

Es ist so, dass der kleine König von Anfang an auf Papas Arm unter Schaukeln eingeschlafen ist. Am Anfang fand ich das super, dachte ich noch "Klasse, dann gewöhnt er sich nicht so daran an der Brust einzuschlafen". Da wir beide die erste Zeit zu Hause waren, nahm der Papa ihn meistens zum Schlafen - zumal er bei mir auf dem Arm immer protestierte... Da war eben was, was der Papa nicht hat. Aber ich wollte ihn ja auch mal hinlegen und musste dies auch schon bald tagsüber - also ließ ich ihn an der Brust einschlafen. Mit dem Resultat, dass der kleine König nur noch durch Schaukeln auf Papas Arm oder an Mamas Brust einschlief... Schon seit einiger Zeit beklagte ich mich bei anderen Müttern und meiner Hebamme, dass ich es schön finden würde, wenn der Kleine von alleine einschlafen würde und sagte, dass er sofort laut schreien (nein, nicht meckern) würde, wenn ich ihn in sein Bett, unser Bett etc. alleine oder gar neben uns zum Schlafen lege. "Du hast ihn verwöhnt!", "Der weiß jetzt schon wie er seinen Willen durchsetzen kann! Lass ihn schreien!" etc. hörte ich von allen Seiten. Ich war verunsichert - hatte ich alles falsch gemacht? Obwohl mein Mama Herz und das Papa Herz weinten, beschlossen wir den bösen Stimmen zu "gehorchen" und das Ganze auszuprobieren - ihn zu "entwöhnen", indem ich ihn schreien ließ (ich saß neben ihm und streichelte ihn) - mit dem Resultat, dass ich mich noch viel schlechter fühlte und mein Sohn auch tagelang noch brüllte und dann erschöpft einschlief (es hieß, dass es nach maximal einer Woche besser wird... ne). Wir nahmen ihn wieder auf den Arm bzw. an die Brust. Sobald er schlief, legten wir ihn in unser oder sein Bett. 


Doch dann fing es irgendwann vor längerer Zeit schon an, dass er tagsüber nach ca. 30min wieder wach wurde. Obwohl er noch müde aussah, bekam ich ihn in der Regel nicht mehr schlafen - manchmal mit erneutem Stillen - mit der Aussicht, dass er dann seinen Mittagsbrei nicht mehr wollte (wieso wohl?!). Auch einen Schnuller kann ich nicht reinstecken, weil er trotz mehrfachem Ausprobieren und diversen Schnullerarten er keinen nimmt. In den meisten Fällen nahm bzw. nehme ich ihn also hoch. Nach spätestens zwei Stunden reibt er sich wieder wie wild die Augen. Wir legen ihn wieder hin - nach ca. 30min höre ich ihn wieder. Ich schaffe nichts und beobachte mich genervt zu sein. Manchmal schaut er mich lächelnd an, manchmal ist er irritiert, manchmal schreit er. Ich dachte und denke wieder drüber nach - über die Tiefschlafphase und die Traumschlafphase, in der es doch heißt, dass die Kinder ihre Umgebung kontrollieren. Dadurch dass er an der Brust bzw. auf dem Arm einschläft, wacht er also nie so auf, wie er eingeschlafen ist. Liegt darin das Problem? Aber wenn es so wäre - warum geht es nachts dann? Der einzige Unterschied ist, dass es leider tagsüber recht hell im Raum ist (ein Plissee ist bereits bestellt!) - mag das der Grund sein? Eine Freundin hingegen hatte genau das gleiche Problem - ihr Sohn konnte nicht alleine einschlafen und schlief tagsüber nur ca. 30min am Stück. Nach einigen Monaten fing das sogar nachts wieder an - 9-10 Mal musste sie aufstehen... Sie hat das Ganze bis er 1,5 Jahre alt war durchgezogen, bis sie ihn völlig erschöpft schreien ließ... Und siehe da, er schlief durch und auch tagsüber länger als 30min am Stück... Wieder machte ihr mir Gedanken. Stellte in diversen Mutti-Onlinegruppen meine Fragen. Hier waren sich die meisten einig ihn an der Brust oder im Arm einschlafen zu lassen, weil er das scheinbar noch braucht. Aber für mein "Er schläft nur 30min am Stück" gab es keine Lösung. Was es auch immer ist: Ich würde gerne eine Lösung finden, die aber nicht nur mich, sondern vor allem auch meinen Sohn zufrieden stellt. Und ja, vielleicht versteht ihr jetzt auch, warum mir das Bloggen momentan so schwer fällt ;-). Aber dennoch: Ich werde es weiterhin versuchen und habe schon so manch Ideen im Hinterkopf :-)


Hattet oder habt ihr auch solche Schlafprobleme? Was könnt ihr mir als Tipps geben?


Liebe Grüße