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Montag, 17. Juli 2017

Hautsache - über den Alltagsrassismus in unserer Gesellschaft

"Denn viele Leute können sich nicht vorstellen
Und wissen nicht was es heißt,
Wenn dein Sohn neben dir im Bett liegt
Und dir sagt er wär' gerne weiß."
- aus "Superheld" von Samy Deluxe

Neulich laß ich mir den Blogartikel von Rebecca von Elfenkind durch. Ein ganz persönlicher, intimer Text über den Rassismus, den sie und ihre Familie im Alltag erleben. Warum? Weil sie dunkler sind als wir vermeintlichen Otto-Normalverbraucher. Und weil die Menschen engstirnig sind. Vielleicht aber auch einfach nur dumm. Ich weiß es nicht.
Als eine Frau mit heller Haut und straßenköterblonden, glatten Haaren habe ich all diese Erfahrungen zum Glück nicht in meiner Kindheit oder Jugend erleben müssen. Rassismus war lange ein Begriff, der bekannt, aber in meinem Umfeld nicht sichtbar war. Vielleicht weil ich naiv war, vielleicht weil die meisten Freundschaften dann doch auf Personen ohne blinkendes Blaulicht für rassistische Anfeindungen auf dem Kopf beruhten. Ich war mit dem Thema einfach nicht konfrontiert.

Durch das Kennenlernen meines Freundes mit dunkler Haut änderte sich dies. Plötzlich war da der Schwarze, der Afrikaner. Also der Freund, der aufgrund seiner Hautfarbe und seiner Herkunft nur darauf reduziert werden konnte. Auch von vermeintlichen Freunden wurden teilweise verletztende "nur aus Spaß" gesagte Phrasen hineingeworfen. Aber hey, ist schon okay - ich war jetzt also die, die sich auf Polygamie und AIDS einlassen würde. 
Mein Freund war rassistische Äußerungen bereits aus seiner Heimat bekannt. Offiziell mag die Apartheit in Südafrika überwunden, die Trennung besteht aber vielerorts immer noch. So durften wir bereits die einen oder anderen schäbigen Blicke oder Sprüche über uns ergehen lassen, wenn ich ihn in Südafrika besuchte. Weil ich hell und er dunkel war. Wegen einer Farbe.
Nun lebt mein Freund hier in Deutschland und darf sich auch hier teilweise schlimme Sprüche anhören. Er ist noch immer der Schwarze. Der Afrikaner. Manchmal auch der Neger. Der nichts versteht. Der nichts kann. Und kann er doch, ist man erstaunt. Er ist schließlich Afrikaner.
Wenn er mir nach der Arbeit von schlimmen Kunden erzählt, kann ich es manchmal nicht glauben, wie sie sich teilweise äußern. Ich schäme mich für die mir unbekannten Personen. Wie sie sich manchmal zieren, von ihm bedient zu werden. Er könne das ja eh nicht. Wenn er mir am Abend solche Geschichten erzählt, wird mir schlecht, ich werde sauer und rege mich auf. Er bleibt ruhiger - sie seien nur dumm für ihn und manchmal lacht er über sie. Manchmal weist er sie in ihre Schranken. Manchmal klärt er sie über gewisse Ding auf und scheint sogar auf Verständnis zu stoßen. Ich bin froh, dass er was sagt - und auch hier würde ich mir gerne manchmal eine Scheibe abschneiden. Vielleicht lässt die Angst vor dem Fremden einige gar nicht zu ein eigenes Urteil zu bilden bis sie selbst auf das Fremde stoßen. Nur so kann ich mir erklären, warum beispielsweise im Osten Deutschlands trotz wesentlich geringerem Ausländeranteil ein höherer Anteil an rechts-orientierten Menschen lebt.
Manchmal gibt es aber auch Situationen, wo er sich aufgrund seiner Hautfarbe, seiner Herkunft schlechter behandelt fühlt und ich es, nach den Erzählungen oder weil ich dabei war nicht so aufgenommen habe. Situationen, in denen ich nicht weiß, ob betroffene Personen schnell aus Gewohnheit empfindlich reagieren oder meine Blindheit, weil ich selbst nicht betroffen bin, mir im Weg steht.

 
Und dann ist da noch unser Sohn, unser kleiner König, der optisch eher dem Papa zuzuordnen ist. Bei dem kleinen König sieht es bisher "harmloser" aus. Durchaus sind die Kommentare zu ihm immer recht "positiv" oder ...ich sage mal lieber zumindest positiv gemeint. So ist er meist nur "so niedlich mit der dunklen Haut und den Löckchen.", dieses "Schokobaby". Manchmal streicheln sie ihm auch ungefragt durch die Haare, auch wenn die sich nicht sonderlich von rein europäischen Lockenköpfen unterscheiden. Kann man ja mal machen, so wie ich auch dem Herren an der nächsten Supermarktkasse mal schnell den Bart kraule, bevor ich bezahle - nur um mal zu wissen, wie sich so ein Vollbart anfühlt. Die Reaktion von Katarina von Blogprinzessin auf solche Situationen, mit denen sich ja nicht nur Mütter und Väter aus binationalen Partnerschaften konfrontiert fühlen - der Wahnsinn. Manchmal möchte ich mir eine Scheibe ihres Muts abschneiden.
Und dann gibt es Situationen, in denen ich etwas sprachlos und peinlich berührt bin. Wie neulich, als mich zwei ältere Damen, die mit ihrem Rollator an uns vorbeizogen, fragten, ob der Kleine denn Deutsch sprechen würde, weil er doch so dunkel sei. Aber es sind ja niedliche ältere Herrschaften, also versuche ich nett zu lächeln, das Ganze lockerer zu sehen und suche nach einer passenden Antwort. Manchmal können Kinder es aber auch nicht glauben, dass ich die Mama bin. Ich bin ja schließlich hell und er dunkel und sind sichtlich irritiert, wenn ich es dann nochmal bestätige. Aber es war halt ein Kind. Und dann war da noch der Vorfall im Wartezimmer der Kinderärztin, wo u.A. auch ein dunkelhäutiger Mann mit seiner Tochter saß und eine Zeitung laß. Und dann war da dieses Kind mit heller Haut, definitiv schon im Schulalter, mit seiner Mama und fragte seine Mama laut, warum der Afrikaner denn eine Zeitung in der Hand halten würde - er könne doch gar nicht lesen. Eine peinliche Stille, bis der Mann reagierte und meinte "Na klar, kann ich lesen. Ich bin sogar Ingenieur." Die Mama war ebenfalls entsetzt über die Äußerungen des Kindes und ich will ihr keinen Vorwurf machen. Sie tat mir in dem Moment richtig leid, wie sie alle ansahen und sie dabei ihren Sohn fragte, wieso er so etwas sagen würde. Aber ich frage mich, wie dieses Kind zu solchen Äußerungen kommt. Von Mitschülern vermutlich. Aber woher kommen diese zu solchen dummen Aussagen.
Es sind Momente, in denen ich innerlich den Kopf schüttele. Es sind Momente, die mich aber bisher - bis vielleicht auf die Situation im Wartezimmer, in der wir aber nicht direkt involviert waren - nicht sehr entsetzen, im Gegensatz zu Geschichten aus dem Alltag des Königpapas. Es sind aber vielleicht Dinge, die - sofern sie häufiger vorkommen und Gewohnheit werden - meinen Sohn im Alter stören werden. Vermutlich auch mich irgendwann. Weil er reduziert wird. Auf eine Farbe.
Vielleicht wird mein Sohn irgendwann auf den Königspapa und mich zukommen und wie Samy Deluxe's Sohn sagen, dass er gerne weiß sein würde - nur dass wir dann aufgrund unserer vielleicht nicht ganz so kreativen Ader nicht gleich einen Song für ihn dichten können.
Vielleicht ist es aber ja gar nicht so, wenn wir uns alle einfach mal ein wenig anstrengen würden. Wenn wir alle mal langsam akzeptieren würden, dass die Welt bunt ist und wir doch gleich sind. Vielleicht gibt es dann ja doch eine Welt, in denen ich unbekümmert mit meiner Familie von A nach B reisen kann. Vielleicht gibt es dann ja doch eine Welt, in der ich mir nicht solche Gedanken um die Zukunft meines Sohnes machen muss.

Vielleicht wird ja doch alles besser.

Liebe Grüße


Dienstag, 13. Dezember 2016

Persönliche Nachricht vom Weihnachtsmann

Weihnachtszeit - die wohl schönste Zeit im Jahr. Besonders als Kind ist sie mit den vielen Traditionen für viele magisch. Ich erinnere mich gerne an die Zeit, an der ich noch an den Weihnachtsmann geglaubt habe. 


Zu gerne wollte ich ihn jedes Jahr sehen und war immer ein wenig enttäuscht, wenn wir ihn wieder nicht antrafen. Meistens war es so, dass meine Eltern angaben draußen den Weihnachtsmann am Himmel gesehen zu haben. Daraufhin bin ich mit meinen Geschwistern nach oben ans Fenster gestürmt und habe vergeblich auf den Weihnachtsmann gewartet - bis uns ein heller Glockenton aus unseren Träumen wieder in die Realität zurückversetzte. Das Glöckchen, das bedeutete, dass der Weihnachtsmann bereits da war und viele, viele Geschenke vorbeibrachte. Der traurige Moment ihn dieses Jahr wieder nicht gesehen zu haben, war jedoch dank des Geschenkehaufens schnell vergessen. 
Von Jahr zu Jahr wurden wir älter und während zunächst Zweifel an der Identität des Weihnachtsmanns auftauchten, wurde die Existenz später ganz klar abgestritten. Damit war Weihnachten zwar nicht vorbei und noch immer wunderschön - aber der Zauber von Weihnachten war fortan weg. Der Glaube an einen Weihnachtsmann war für mich einfach immer das Schönste und Besondere am Weihnachtsfest.
Als dann der erste Nachwuchs seitens meiner Geschwister mitfeierte, konnte man endlich wieder den Zauber von Weihnachten spüren. Wie sich die Kinder auf den Weihnachtsmann gefreut haben - zu niedlich. Letztes Jahr wollten wir eigentlich dann sogar einen Weihnachtsmann kommen lassen, der den Kindern und uns mit einem großen Sack die Geschenke bringen sollte. Unsere einzige Forderung war, dass es niemand von unserer direkten Familie sein sollte. Zum einen sollte keiner "fehlen", zum anderen befürchteten wir, dass diese pfiffigen Kinder das Spiel sonst zu schnell durchschauen würden. Also wurde im Freundeskreis und der Nachbarschaft rumgefragt, doch die Begeisterung hielt sich in Grenzen und so verbrachten wir auch das letzte Weihnachtsfest wieder ohne sichtbaren Weihnachtsmann. So wird es wohl auch dieses Jahr sein.
Wer wie wir keinen Weihnachtsmannanwärter kennt, aber dennoch nicht drauf verzichten möchte, wird aber vielleicht ja auch hier fündig. Das Weihnachtsmannbüro vermittelt innerhalb Deutschlands zum Nikolaus und zu Weihnachten fleißige Nikoläuse und Weihnachtsmänner. Das Ganze kostet aber - auch schon allein wegen evtl. langem Fahrtweg - ein bisschen. Und: Ich denke mal, dass die Wahrscheinlichkeit jmd. im städtischen Bereich zu finden deutlich höher ist als auf dem Lande. Ihr müsst also auch ein bisschen Glück haben, ob überhaupt jmd. bei euch in der Nähe wohnt, der für euch den Weihnachtsmann spielt.
Wer nicht fündig wird und dennoch seinen Kindern eine persönliche Nachricht vom Weihnachtsmann übermitteln möchte, wird vielleicht auf Portabler Nordpol, kurz PNP, fündig. Die Website bietet Videogrüße vom Weihnachtsmann an, die personalisiert werden. Ich habe die Seite neulich auf einem Blog gefunden und finde die Idee ganz süß und habe die kostenlose Version einfach mal mit einem Gruß an den kleinen König ausprobiert. Inwiefern die Premium Version Sinn macht, kann ich leider nicht beurteilen - da ich, schon allein, weil der kleine König mit nichtmal zwei Jahren noch zu jung ist, es (noch) nicht für sinnvoll halte. Solltet ihr sie aber ausprobieren - lasst es mich unbedingt wissen!

Eine andere Möglichkeit, die sicherlich viele von euch kennen, ist es einen Brief an den Weihnachtsmann bzw. das Christkind zu schicken und ihm seine Wünsche mitzuteilen. Wer bis zum 3. Advent den Stift zückt, kann sich dann auf eine Antwort freuen. Letztes Jahr trafen laut Deutscher Post allein in Himmelpfort 302.000 Briefe ein! Wahnsinn oder?


Wie sieht es bei euch aus? Lasst ihr eure Kinder an einen Weihnachtsmann oder ein Christkind glauben? Kommen diese persönlich vorbei? Oder schreibt ihr ihnen einen Brief? Oder wollt ihr - siehe oben - sogar eine Video-Botschaft übermitteln?


Liebe Grüße

Dienstag, 31. Mai 2016

Der perfekte Zeitpunkt für ein Kind!

Vor ein paar Tagen brach vorrübergehend Panik in mir aus. Mich klagten starke Unterleibsschmerzen, ein harter Bauch etc. und ich hatte das Gefühl Kindsbewegungen in mir zu spüren. Ich bin dann ein Mensch, der panisch sämtliche Szenarien im Kopf abspielt. Ich dachte nur die ganze Zeit daran, dass es aktuell der Supergau sein würde jetzt ein zweites Kind zu bekommen. Schließlich möchte ich im Oktober meinen Masterstudiengang beginnen, was u.A. bedeutet, dass ich von Februar bis Juni 2017 ein Praktikum an einer Schule absolvieren muss. Mit einem Baby, welches ich wenn wieder stillen möchte, wäre dies einfach nicht möglich gewesen und so müsste ich erneut meine Studienzeit verlängern. Überzeugt davon, dass da ein menschliches Wesen in mir heranwächst, obwohl ich meine Tage bekam, machte ich mir also Gedanken darüber, wie ich das alles schaffen sollte und umso länger ich darüber nachdachte, umso mehr kam mir die Frage: Wann ist denn der perfekte Zeitpunkt, um ein Kind zu bekommen?


Muss ich erst eine Ausbildung oder ein Studium abschließen, den perfekten Partner finden, einen Arbeitsplatz vorweisen, die Traumhochzeit in Weiß feiern, ein Haus mit Garten in Vorstadtidylle dank Bausparvertrag bauen, um den perfekten Zeitraum für ein Kind zu erfüllen?

Die Antwort ist ganz klar Nein. Vielleicht auch, weil es in der heutigen Zeit kaum mehr möglich ist all diese Punkte zu erfüllen. Vielleicht, weil es immer Gründe gibt, die für und gegen ein Kind zu diesem und jenem Zeitpunkt sprechen. Sind wir doch mal ehrlich: Es gibt doch immer etwas! Das Streben nach Perfektion, bleibt ein Streben und so richtig richtig doll ist dann doch niemand zufrieden so wie es gerade ist. Irgendwas ist immer. Aber das ist auch gut so - sonst wäre uns ja langweilig (und dann wäre ja schon wieder was nicht stimmig!).


Als wir uns für den kleinen König entschieden haben, waren unsere Voraussetzungen für den "perfekten" Zeitpunkt keineswegs gegeben. Ich hatte ein abgeschlossenes Studium, mit dem ich nicht zufrieden war und konnte keinen Arbeitsplatz vorweisen. Stattdessen ein angefangenes Zweitstudium und einen Partner, mit dem ich zu diesem Zeitpunkt seit sechs Jahren eine Fernbeziehung zwischen Deutschland und Südafrika führte und ein winziges Zimmer bei meinen Eltern, wo ich seit meinem Zweitstudium wieder lebe. Es war alles andere als perfekt und überraschte auch viele, als wir die "frohe" Nachricht verkündeten. Ich glaube, dass die meisten - ausgesprochen und für sich behalten - davon ausgingen, dass der kleine König nicht geplant war und mich teilweise verletzte. Es mag nicht der perfekte Zeitpunkt gewesen sein, ja, aber ich sah das Ganze so: Wann wäre denn in meiner Situation der perfekte Zeitraum vorzufinden? Ich hatte noch einige Jahre Studium vor mir und mein Freund konnte nun mal nicht so einfach nach Deutschland ziehen. Ein Umzug nach Südafrika kam für mich allein aufgrund des angefangenen Studiums schon nicht in Frage. Klar, ich hätte auch noch mein Studium abwarten können. Dann wäre ich 30, 31 Jahre alt gewesen. Dann hätte ich vielleicht ein Jahr gearbeitet, hätte ein Kind bekommen. Dann vielleicht gleich das zweite Kind, weil ich ja auch schon dann über 30 bin, und hätte dann nach ein paar Jahren wieder angefangen zu arbeiten. Die Vorstellung gefiel mir aber nicht. In meinem Kopf wollte ich vor dem 30. Geburtstag Mama werden. Und ich wurde es, mit 27. Ohne den perfekten Arbeitsplatz und ohne das Haus mit Garten. Und manchmal ist der unperfekte Moment vielleicht ja doch recht perfekt? Denn wann kann man sich als Mama so viel Zeit nehmen, so flexibel sein wie im Studium statt im Arbeitsleben? Klar sehne ich mich manchmal auch nach diesem "spießigen" Werdegang, aber es ist nun mal so wie es ist und deswegen bin ich ja keine schlechtere Mutter oder?

Das also zur Situation überhaupt ein Kind in die Welt zu setzen. Wie sieht es jedoch aus, wenn das zweite, dritte etc. Kind geplant wird? Gibt es hier einen perfekten Zeitpunkt? Die meisten werden wohl einen Altersabstand von 2-3 Jahren als perfekt ansehen. Dann können die Kinder noch miteinander spielen. Andere präferieren einen Abstand von 0-2 Jahren, um das Zusammenspiel in der Zukunft noch mehr zu fördern bzw. vielleicht auch, um die Familienplanung schneller abzuschließen. Andere sehnen sich nach einem größeren Altersunterschied, um genügend Zeit für das erste Kind und sich selbst zu haben. Auch hier wird es immer Gründe geben, die für diesen und jenen Altersabstand sprechen.  Aber was ist, wenn es dann nichtmal mit dem gewünschten Altersabstand klappt, weil man sich psychisch so unter Druck setzt, dass eine Schwangerschaft partout nicht klappen will? Und dann?! Ich weiß nicht, wann wir mit einem zweiten Kind rechnen können, denn ja, ...meine Panik war natürlich unbegründet ...wie immer ;-). Aber eins ist gewiss: Perfekt wird der Zeitpunkt eh nie sein! 


Wie seht ihr das? Gibt es für euch einen perfekten Zeitpunkt für ein Kind? Was muss für euch erfüllt sein? Wie sieht es mit einem zweiten, dritten etc. Kind aus? 


Liebe Grüße

Sonntag, 22. Mai 2016

Wenn Mama alleine auf Reisen geht

Neulich hatte ich die Möglichkeit für 10 Tage nach Brasilien zu reisen. Brasilien! 10 Tage! Ich hätte eine Geschäftsreise begleiten können, kostenlos, und hätte Brasilien teilweise fern von Touristenzielen kennenlernen können. Ich, ein kleiner Abenteurer im Herzen, war Feuer und Flamme, bis mir nach wenigen Sekunden wieder klar wurde, dass da noch jmd. ist für den ich Verantwortung trage. Die Spontanität von früher, mal eben hier und da hin, ist nicht mehr so einfach möglich. Nun ist da dieser kleine Mann (zum Reisezeitpunkt 15 Monate alt), der betreut werden und meine Aufmerksamkeit haben möchte. Aber ....Brasilien....

Ich dachte mehrere Tage darüber nach. Konnte ich 10 Tage ohne mein Kind und Mann verreisen? War das überhaupt betreuungstechnisch möglich? Ich wusste, dass es sich schwierig gestaltete, aber dennoch konnte und wollte ich ungern absagen. Es war immerhin Brasilien! Und kostenlos! Wann würde ich jemals wieder so eine Gelegenheit bekommen? Und Business Class wollte ich doch auch schon immer mal fliegen ... Ich war hin- und hergerissen.
Ich fragte mehrere Freunde und Familienmitglieder - selbst in einer Facebook Gruppe bat ich um Rat und bekam von allen Seiten komplett unterschiedliche Meinungen - wie das eben so ist. Auf der einen Seite war ich die Rabenmutter, die egoistisch nur an sich dachte und auf der anderen Seite war ich der Vollidiot, würde ich mich dagegen entscheiden. Es half mir nicht weiter.

Das Gefühl als egoistische Rabenmutter dargestellt zu werden, war auf jeden Fall nicht schön. Als Mutter eine Auszeit fern vom Familienleben zu nehmen, scheint für unsere Gesellschaft oft noch verpönt. Das Gemeine ist, dass der Vater meistens nicht mit diesen Unterstellungen egoistisch zu sein leben muss. Wenn der Papa auf Geschäftsreise muss, ist alles gut, aber die Mama? Skandal! Wenn Papa sich Zeit mit Freunden nimmt, ist alles gut, aber Mama fährt für ein paar Tage ohne Kind weg? Böse Blicke! Ich bemerkte, wie ich mir eher Sorgen um meinen Ruf in der Gesellschaft machte, als darüber, ob ich es aushalten würde 10 Tage ohne meinen Sohn zu sein oder wie es für meinen Sohn wäre. Vielleicht ist es auch mein eigenes Problem, wenn ich mir Gedanken darüber mache, was andere über mich als Mutter denken, aber ich bezweifel, dass ich mit meinen Gedanken ein Einzelfall bin. 

Die Entscheidung, ob man alleine hier und da hinfährt, hat klar auch mit dem Alter des Kindes zu tun und kann so nicht verallgemeinert werden. Ein Baby / Kleinkind braucht schließlich noch eine andere Betreuungsart als ein 12jähriges Schulkind. Aber angenommen der Papa hat die Möglichkeit sich für wenige Tage die Zeit zu nehmen auf sein Kind aufzupassen, was spricht dagegen? Ist es nicht auch mal schön, wenn die beiden eine ganz intensive Zeit miteinander verbringen?
Und sind wir nicht mehr als Mütter? Seit ich Mutter bin, habe ich das Gefühl nur noch über meinen Sohn als Mensch klassifiziert zu werden. Ich bin jetzt nur noch "die Mutter von....". Aber bin ich nicht auch noch Frau?

Ich habe mich letztlich gegen die Reise entschieden. Aber nicht, weil ich es mir nicht vorstellen konnte 10 Tage ohne meinen Schatz zu sein, sondern aus betreuungstechnischen Gründen. Zu dem Zeitpunkt war es noch nicht klar, ob der Papa des kleinen Königs einen Vollzeitjob annimmt oder nicht. Letztlich tat er das und somit war die Entscheidung auch richtig. Die Großeltern hatten zwar zu dem Zeitpunkt zufälligerweise Urlaub, aber 10 Tage mit dem kleinen König wollte ich ihnen dann doch nicht zumuten - zumal sie dann nichts von ihrem Urlaub hätten. Auch wenn das Gefühl nicht sofort bei ihm zu sein, wenn was passiert wäre, stark war: Unter anderen Umständen - ich wäre wohl mitgeflogen. Als egoistische Rabenmutter.


Wie seht ihr das? Was haltet ihr davon, wenn Mama sich mal eine Auszeit fern vom Familienleben nimmt? Und - wäre es mit der Betreuung möglich - wie hättet ihr euch entschieden?


Liebe Grüße

Freitag, 20. Mai 2016

Männliche Erzieher in deutschen Kitas - Fluch oder Segen?

Bereits in diesem Blogartikel habe ich euch erzählt, dass wir unsere favorisierte Krippe für den kleinen König gefunden und vor allem auch einen Platz erhalten haben. Das Konzept der integrativen Krippe - Betreuung von behinderten und nicht behinderten Kindern - fand ich einfach super. Es gab aber noch einen weiteren Grund, weshalb ich unbedingt einen Platz in genau dieser Krippe wollte: Männliche Erzieher!


Für manch einen mag dies nicht wichtig sein - hat man sich doch schon längst an die Überzahl oder gar alleinige Herrschaft der weiblichen Erzieher in Kindertagesstätten gewöhnt. Ehrlich gesagt, ich habe vorher auch nicht groß drüber nachgedacht. Tatsächlich war diese Krippe auch die einzige, die männliche Erzieher vorweisen konnte und so gar kein zu großes Kriterium in der Wahl einnehmen konnte.
Vermutlich liegt es daran, dass der Beruf des Erziehers für das männliche Geschöpft "nicht männlich genug ist", wurde die Kinderbetreuung doch jahrelang der Frau in die Wiege gelegt. Dabei hat uns doch Til Schweiger ganz entzückt in Keinohrhasen gezeigt, dass man auch als harter Kerl ein hervorragender Erzieher sein kann. Aber gut, es ist ja nur ein Film...
Als ich beim wöchentlichen Spielkreis mich darüber beklagte, dass das doch voll schade sei, dass es so wenig männliche Erzieher in deutschen Kitas gäbe, klärte mich eine Mama, gelernte Erzieherin von Beruf, über Folgendes auf: Es gibt genügend Eltern die Terz machen, sollte ihr Kind von einer männlichen Kraft betreut werden, was mich ehrlich gesagt ziemlich schockierte. 

Auch wenn die Zahl der pädophilen männlichen Personen vermutlich deutlich höher als die der weiblichen ist, sollten wir wirklich so verbissen an die Sache gehen, dass wir in jedem männlichen Erzieher einen potentiellen Kinderschänder sehen? Ja schon klar, wir vertrauen den Kitas unser höchstes Gut an, aber ...sehen wir denn in ihren Vätern, unseren Vätern, Großvätern auch diese Menschen? Und kümmern sich diese - in der heilen Familienwelt - nicht liebevoll um unsere Kinder? Und haben männliche Erzieher nicht durchaus auch Vorteile für unsere Kinder?!

Schauen wir uns doch mal das aktuelle deutsche Familienbild an. Angenommen das Kind hat das große, mittlerweile ja schon fast seltene, Glück mit Mama und Papa aufzuwachsen - wer von den beiden arbeitet meistens bis abends? Richtig - in den meisten Fällen ist es der Papa. So kann das Kind in der Regel den Vater vielleicht noch beim Frühstück und Abendbrot sehen, kurz mit ihm spielen und dann ins Bett gebracht werden. Bis aufs Wochenende, wo er dann mehr Zeit hat.
Dann gibt es aber noch die unzähligen Familien, die in Trennung leben. Und wo wohnt das Kind in den meisten getrennten Familien? Richtig, bei der Mutter. Es sieht den Vater dann vielleicht jedes Wochenende, vielleicht auch kürzer oder gar nicht. In den meisten Fällen - egal ob alleinerziehend oder nicht - ist es also die Mutter, die mehr Zeit mit dem Kind verbringt. Eine weibliche Bezugsperson. So so. Irgendwann heißt es dann, dass eine fremde Betreuung nötig sei. Krippe, TagesMUTTER oder Kindergarten - hier werden die Kinder von liebevollen Erzieherinnen gepflegt und betüdelt. Männliche Erzieher? Selten. Das ändert sich auch mit den Schuleintritt nur gering: Auch hier ist die Mehrzahl des Lehrerkollegiums weiblich. Das mag gut gehen, vielleicht werden die Kinder nichts vermissen - wie auch, wenn sie es gar nicht anders kennen. Dennoch: Ich bin überzeugt davon, dass männliche Erzieher als Vorbilder für unsere Kinder wichtig sind und eine Bereicherung sein können.
Gerade was die Identitätsfindung betrifft, denke ich, dass es für Jungen wichtig ist eine Bezugsperson ihresgleichen zu haben. Natürlich soll und kann ein Erzieher keinen Vaterersatz sein, kann aber das Kind, insbesondere einen Jungen, positiv in der Entwicklung beeinflussen und kann sich an ihm orientieren. Er ist es, der sich vermutlich eher für die Interessen eines Jungen (und ja, ich bin auch gegen diese "typischen Mädchen-Jungen-Klischées, glaube aber, dass es tatsächlich Unterschiede in den Interessen gibt, die nicht nur durch die Gesellschaft bestimmt sind) begeistern kann. Gleichzeitig ist der männliche Erzieher es wohl auch, der ihn für vielleicht nicht "jungstypische" Dinge eher mitreißen kann - schließlich tut er es ja auch - um so dieses Klischée-Denken nicht noch zusätzlich zu pushen.
Ich jedenfalls freue mich sehr, dass unser Sohn die Möglichkeit bekommt auch von männlichen Erziehern betreut zu werden. Für mich lautet das Fazit also ganz klar: Segen!

Wie seht ihr das? Würdet ihr gerne männliche Erzieher in euren Kitas haben oder lieber nicht? Welche Gründe sprechen für euch für den männlichen Erzieher bzw. dagegen? Habt ihr vielleicht sogar männliche Erzieher in eurer Kita? Was sind eure Erfahrungen damit?


Liebe Grüße

Mittwoch, 18. Mai 2016

Integrative Krippe - wir sind dabei! Gelebte Inklusion

Was für eine Erleichterung! Endlich: Wir haben einen Krippenplatz! Zwar erst ab Anfang Oktober (Mitte Oktober fange ich meinen Masterstudiengang an), aber in meiner favorisierten Einrichtung. Und dann warte ich gerne - denn genau diese Einrichtung hat mich sehr überzeugt! In den letzten Wochen schaute ich mir mehrere Tagesmütter und Krippen an. Bis auf eine Einrichtung sagten mir alle Krippen/Tagesmütter zu - doch nach nur einem Besuch hüpfte mein Herz vor Freude.

Was mir an der Krippe so gut gefiel? Es handelt sich um eine integrative Krippe. D.h. Kinder mit und ohne Behinderung werden hier gemeinsam betreut. Ich bin zwar eigentlich der Meinung, dass dies die Regel sein sollte und nicht extra namentlich festgehalten werden sollte, aber... soweit ist es in unserer Gesellschaft leider (noch) nicht. Es scheint für einige immer noch ein großer Diskussionsbedarf zu sein. Menschen mit einer Behinderung scheinen für einige immer noch eine ...ja...Behinderung zu sein. Aber warum ist das so? Hat man Angst, dass die eigenen, gesunden Kinder zu kurz kommen? Hat man Angst, dass sie nicht genug gefördert werden? 

 
Meiner Meinung nach ist es gerade dieses enge Miteinander mit "anders wirkenden" Menschen das vor allem unsere sozialen Kompetenzen fördert. Hier kann mein Sohn Toleranz und Hilfsbereitschaft von Anfang an lernen und kommt vermutlich so gar nicht erst in die Versuchung Vorurteile und Unsicherheiten aufzubauen, die wir als heutige Erwachsene ohne Inklusionsgedanken in der Frühpädagogik teilweise unbewusst und bewusst mitschleppen. So soll er dort lernen, dass Menschen mit einer Behinderung nicht nur normal sind wie du und ich sondern eine Bereicherung darstellen können.
Oft heißt es auf Seiten der Kritiker, dass die ErzieherInnen sich zu sehr um die "eingeschränkten" Kinder kümmern müssen, alles langsamer vorangeht und die eigenen gesunden Kinder nicht genügend gefördert werden. Meiner Meinung nach ist das Quatsch, denn gerade in integrativen Kindertagesstätten gibt es einen viel besseren Betreuungsschlüssel und auch bessere finanzielle Unterstützung. In unserer zukünftigen Krippe kommen auf 12 Kinder 3-4 ErzieherInnen. Und nein, die Heilpädagogen sind gleichermaßen Bezugsperson für Kinder mit und ohne Behinderung. Jedes Kind darf sich also seine Bezugsperson selbst aussuchen.
Auch heißt es unter den Kritikern, dass Menschen mit Behinderung oft ein höheres Aggressionspotential vorweisen. Ich kann dazu nur sagen, dass ich genügend Mitschüler in meiner Schulzeit hatte (und nein, es war auf einem Dorf bzw. Kleinstadt und kein sozialer Brennpunkt) die bei geistiger und körperlicher Gesundheit genügend Aggressions- und Gewaltpotential aufwiesen. Es mag sein, dass es evtl. zu mehreren "Gewaltszenerien" kommen mag, aber erstens zählt hier wieder der Punkt des besseren Betreungsschlüssels und zweitens auch hier wieder das Argument, dass mein Sohn eben die Realität des Alltags von Anfang an kennenlernen soll und lernt damit umzugehen. Ich habe definitiv keine Angst davor meinen Sohn einem "vermeintlichen Risiko" auszusetzen. Außerdem ist Behinderung nicht gleich Behinderung, d.h. einige "besonderen" Kinder werden wohl kaum als solche erkennbar sein.

Ich jedenfalls - ohne bereits praktische Erfahrungen vorweisen zu können - bin überzeugt, dass wir eine gute Entscheidung getroffen haben.


PS: Es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich diese Krippe - unabhängig vom Gesichtspunkt der Inklusion - so wunderbar finde - dazu bald mehr in einem seperaten Blogartikel :-).


Was haltet ihr von einer integrative Krippe / Kindergartengruppe? Käme solch eine Krippe für euch in Frage? Und wenn nicht, warum nicht? Sind eure Kinder vielleicht auch schon in einer integrativen Krippe / Kindergartengruppe? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Und: Gibt es überhaupt so ein Angebot in eurem Wohnort?


Liebe Grüße

Samstag, 29. August 2015

Studieren mit Kind

Neulich habe ich auf einem Blog einen Artikel über das Studium mit Kind gefunden, der zumindest für mich sehr interessant war (Leider weiß ich nicht mehr auf welchem Blog das war, deswegen fehlt hier der Link!). Denn ich bin so eine: Eine Mama, die ihr Kind im Studium bekommen hat. Und da ich nicht die einzige bin, die sich über so etwas Gedanken machen "musste", möchte ich heute über meine ersten Erfahrungen berichten und vielleicht die eine oder andere Studentin ermutigen (oder entmutigen?!), die vor solch einer Entscheidung steht. Es soll aber angemerkt werden, dass ich mit nicht mal sieben Monaten Mamisein natürlich noch nicht all zu viel Erfahrungen sammeln konnte.

Als ich klein war, habe ich immer gesagt "Mit 14 Jahren bekomme ich mein erstes Kind." Man wurde älter und stellte fest, dass 14 Jahre nicht gerade das Alter war, in dem man über Kinder nachdenken sollte ;-) (Hut ab, an alle Mamis, die soooo jung Kinder bekommen!). Fakt war, dass es schon immer mein größter Wunsch war später eine Familie zu gründen und ich "nicht so alt" sein wollte, wenn ich mein erstes Kind bekomme. Schließlich wollte ich immer vier Kinder (zwei war mir zu wenig und ungerade Zahlen mag ich nicht so gerne, also mussten es vier sein... versteht man doch oder? :D). Mit der Zeit - wir befinden uns immer noch irgendwo zwischen Kindheit und Erwachsenwerden - beschloss ich, dass "alles ab 25 Jahren" ein ganz guter Zeitpunkt wäre ein erstes Kind zu bekommen. Ich machte Abitur, lernte meinen Freund kennen und fing kurze Zeit später mein Studium an. Afrikastudien. Ich wollte in der Entwicklungszusammenarbeit tätig werden - was Gutes tun. Projekte mit Kindern organisieren. Vor meinen Augen, naiv mit gerade mal 20, war ich überzeugt, dass das schon irgendwie klappen würde und meine Eltern waren damals, denke ich, erstmal nur froh, dass ich mich nicht für ein Kommunikationsdesign Studium ("Brotlose Kunst") eingetragen habe. Nach fast drei Jahren stellte ich aber ernüchternd fest, dass es vielleicht doch nicht das war, was ich mir vorstellte und vor allem schwer realisierbar war. Vielleicht auch eher die brotlose Kunst, von der man so gerne spricht. Vielleicht auch, weil ich nicht der Typ war, der sich von Anfang an bemühte Kontakte zu knüpfen. Wie auch immer - ich schloss meinen Bachelor erstmal ab und erkundigte mich zeitgleich nach Ausbildungen, anderen Studiengängen etc. Letztlich hörte ich auf mein Herz und trug mich mit 24 Jahren für Grundschullehramt ein, was ich bis dato studiere. Ich rechnete mir aus, dass ich mein Zweitstudium mit 30, 31 Jahren beenden würde. Dann würde es erstmal Arbeiten heißen und dann Kinder... nein, das war mir einfach alles zu spät. Aber da mein Freund und ich bis zur Geburt unseres Sohnes eine Fernbeziehung von 9000km (!!!) führten, musste ich eh erstmal meinen Kinderwunsch unterdrücken bis wir 2014 zu dem Entschluss gekommen sind, dass wir es versuchen - auch mit dem Gedanken dann endlich, als eine Familie, zusammen leben zu können...
Es klappte sehr schnell und da unser Sohn im Februar auf die Welt kam und ich eine sehr unkomplizierte Schwangerschaft hatte, konnte ich das Wintersemester, mein 5. Fachsemester, noch problemlos beenden. Vor der Geburt schrieb ich noch zwei Klausuren - die letzte vier Tage vor der Geburt ;-). Zwei weitere schrieb ich zum zweiten Termin - sechs Wochen nach der Geburt. Eine davon konnte ich mit 1,0 abschneiden :-). Mein Freund kam damals mit meinem Sohn mit und wartete draußen, so dass ich ihn nach der Klausur gleich stillen konnte. 
Unser Sohn kam wie gesagt im Februar zur Welt. Das hatte für mich den Vorteil, dass ich - mal abgesehen von den zwei Klausuren im März - bis Mitte April Semesterferien hatte und wir so unsere Kennenlernphase sehr genießen konnten. Der Plan war, dass ich im April wieder anfangen würde zur Uni zu gehen. Es war das letzte Semester vor meinem zweiten Bachelorabschluss. Durch das Vorwahlrecht, was mir seit der Geburt meines Sohnes zusteht, dachte ich mir, dass ich problemlos die Veranstaltungen in den Vormittag legen könne, da mein Freund immer erst gegen Mittag los muss. Wir haben uns dann erst eine Milchpumpe geliehen und später gekauft, damit mein Freund für die Unizeiten ausgestattet ist (wer stillen möchte, dem kann ich nur eine elektrische Milchpumpe empfehlen - eine Handpumpe fand ich viiiiel zu anstrengend, wenn man so oft abpumpen muss). Mit viel Power wollte ich also ins neue Semester starten. Es waren auch nur 3,5 Veranstaltungen (allerdings viel mehr Prüfungsleistungen...) - das sollte man ja irgendwie schaffen. Dachte ich. Das erste Problem tauchte auf, dass es am Vormittag kaum Veranstaltungen gab. Da ich pendel, konnte ich eigentlich nur die Veranstaltungen um 08:15h oder 10:15h besuchen, um wieder rechtzeitig zu Hause zu sein. Ich habe mich trotzdem in spätere Veranstaltungen eingetragen und hab den kleinen König einfach mitgenommen (Ich hatte vorher die Professoren und Dozenten gefragt - im Lehramtsstudium sind Babys aber ansich keine Seltenheit in den Veranstaltungen ^^). Da sie am Anfang noch so viel schlafen, war das absolut kein Problem. Er hat während der Veranstaltung (es war eine am Tag und das eben nur an drei Tagen die Woche) immer im Kinderwagen oder Tragetuch geschlafen. Öfters hat meine Mama ihn aber auch betreut, so dass ich etwas entspannter zur Uni fahren konnte (Wir hatten bis dato nur einen sehr großen Kinderwagen - was Bahn- und Busfahrten sehr viel komplizierter machte. Die Busse sind eh schon immer gut gefüllt und dann mit Kinderwagen...). Oder ich bin nicht hingegangen. Gegen Mitte/Ende des Semesters wurde er jedoch zunehmend wacher und so kam es, dass das Mitnehmen eigentlich nicht mehr möglich war oder ich eben zwischenzeitlich den Raum verlassen habe, um die anderen nicht zu stören.
Die Prüfungsleistungen häuften sich, da ich leider auch in vorherigen Jahren öfters Klausuren geschoben habe, die ich in diesem Semester beenden musste, sofern ich meinen Bachelor abschließen wollte. Unter anderem musste eine komplette Kunstmappe hergestellt werden, die mehr Zeit in Anspruch nahm, als ich mir zunächst vorstellte. Und zig Hausarbeiten - für jemanden, die das Schreiben von Hausarbeiten einfach nur schrecklich findet, eine Qual. Zeitmanagement, was Prüfungsleistungen angeht, war noch nie meine Stärke. Ich war immer der Typ "Ich mache das auf den letzten Drücker" und kam damit - abgesehen von gelegentlichem Schieben der Klausur - sehr gut zurecht, auch wenn die Tage vor den Klausuren immer stressig waren. Irgendwie brauchte ich das aber auch. Aber nun war da eben der kleine König, der zunehmend wacher wurde und Aufmerksamkeit wollte. Meine Motivation à la "Ich kriege das schon irgendwie hin" wurde zunehmend ein weinerliches "Was mache ich hier eigentlich? Das klappt so nicht!" und kam schließlich zu dem Entschluss, dass ich das Ganze doch etwas entspannter angehen muss. Sprich: Ich verlängere um zwei Semester, um entspannt meine Prüfungsleistungen zu machen, um motiviert den Master im nächsten Jahr anzufangen. Im Juli habe ich trotzdem keine Prüfungen geschrieben - ich war fertig, weil er tagsüber so schlecht schlief und habe Muffensausen bekommen (Obwohl die Noten im Bachelor recht egal sind, wollte ich meine Klausuren immer mit 1,0-1,7 abschneiden, was ich auf wenige Ausnahmen auch ganz gut geschafft habe). Nun haben wir bald September und der Zweittermin für die Klausuren rückt näher. Ich versuche abends zu lernen, aber es fällt mir schwer - weil ich immer der Typ war, der viel Zeit für mich braucht. Um "nichts" zu machen. Mit Kind geht das aber eben nicht mehr (so gut) - schon gar nicht, wenn man nebenbei noch lernen muss. Das ist für mich noch immer eine große Herausforderung - doch ich gebe mein Bestens, damit ich jetzt im September meine Klausuren erfolgreich schreiben kann - auch wenn sie ggf. dann nicht mehr soooo ausfallen, wie ich es einst wollte. Schließlich möchte ich dem kleinen König irgendwann auch mal etwas mehr bieten können, ihm die Welt zeigen etc. Die zwei Semester, die ich jetzt verlängert habe, nutze ich, um meine offenen Prüfungsleistungen abzuschließen und vor allem mich auch langsam an eine neue Herangehensweise zu gewöhnen - und vor allem, um das erste Jahr unseres Sohnes intensiver zu erleben.
Ich denke, dass die große Kunst wohl ein gutes Zeitmanagement ist, um Kind und Studium nicht zu kurz kommen zu lassen. Ich hätte sicherlich irgendwie auch noch die vielen Prüfungsleistungen schaffen können, aber...auf wessen Kosten? Ferner ist die Hilfe von Partner und/oder Großeltern eine sehr wichtige Stütze. Sei es, um überhaupt zur Uni gehen zu können oder um Zeit zum Lernen zu finden. Dank der Hilfe meiner Eltern und dank der super Unterstützung meines Freundes sehe ich ganz zuversichtlich in die Zukunft.
Ab nächstem Jahr hat der kleine König vermutlich einen Betreungsplatz, damit ich entspannt meinen Master anfangen kann. Da ich ihn aber auf keinen Fall den ganzen Tag dort lassen möchte, versuche ich die Zeit aufs Minimum zu begrenzen.

Abschließend möchte ich nochmal zum finanziellen Punkt kommen. Da ich bis zum Mutterschutz "nur" auf 450 Euro Basis gearbeitet habe, steht mir "nur" der Mindessatz von 300 Euro pro Monat an Elterngeld plus 184 Euro Kindergeld zur Verfügung. Damit habe ich zur Zeit ansich etwas mehr als zuvor, allerdings natürlich auch höhere Ausgaben. Ohne Unterstützung würde dies aber nicht reichen. Sicherlich kommt es auch drauf an, was der Papa des Kindes macht und wie und vor allem wo ihr haust - es sollte aber durchaus bewusst sein, dass man als Studenten wenig finanzielle Unterstützung hat (nur zur Info: Da ich ein Zweitstudium mache, steht mir kein BAFöG zu) und man als frische Mama es vermutlich auch kaum schafft nebenbei zu arbeiten. Ich selbst werde aber bis hoffentlich Januar wieder einen kleinen Job annehmen, der sich dann mit den Betreuungsmöglichkeiten meines Freundes deckt.

Auch wenn sich das nun sehr negativ anhört: Ich denke trotzdem, dass das Studium eine wunderbare Zeit ist Kinder zu bekommen. Wann hat man - abgesehen von der Elternzeit - so viel Zeit für sein Kind, wenn man wieder arbeiten gehen muss? Ich bin überzeugt, dass man das Ganze wuppt - wenn man eben ein wenig Disziplin (und da muss ich echt an mir arbeiten) zeigt und auch auf eine gute familiäre oder freundschaftliche Unterstützung aufbauen kann. Finanziell gesehen, kann es natürlich - gerade, wenn beide Elternteile noch Studenten sind - manchmal etwas knapp werden. Aber mal ehrlich - was braucht so ein kleiner Wurm am Anfang? Und wie viel kann man gebraucht kaufen oder bekommt es von Freunden oder Verwandten geschenkt oder geliehen? Und dennoch gönne ich meinem Kind das eine oder andere Luxusteil ;-). Wen man etwas will, dann schafft man es auch. Daran glaube ich.


Wie war oder ist es bei euch? Seid ihr im Studium Mama oder Papa geworden? Was sind eure Erfahrungen und eure Tipps?


Liebe Grüße

Freitag, 31. Juli 2015

Von Schlafproblemen und anderen Dingen

Und schon wieder sind drei Monate vergangen, in denen ich nicht gebloggt habe. Drei Monate, in denen sich unser kleiner König von einem winzigen gar "unbeteiligten" Baby zu einem "Ich stelle hier alles auf den Kopf" Baby wandelte. Mittlerweile kann man schon "so viel mit ihm anfangen": Er rollt sich und versucht angestrengt auf die Knie zu kommen. Er hat so viel Kraft in den Beinen, dass er neulich gegen seinen Spielbogen-Erlebnisdecke trat, die daraufhin einmal über ihn fiel... Er lacht und freut sich, wenn ich ihm seine Lieblingslieder vorsinge (Wenn ich "Action, ich will Action" von Volker Rosin singe, wird er in der Regel immer ruhig, auch wenn vorher alles für ihn uncool war...). Er isst mittlerweile zweimal am Tag - morgens, nachmittags und einmal nachts stille ich ihn. Das klappt alles ganz gut - nur das Schlafen (bis auf nachts) bereitet mir Kopfzerbrechen und Kopfschmerzen.
Neulich saß ich im DELFI Kurs (kann ich nur empfehlen!) und bekam ein Gespräch einer Mama mit, die sich "sorgte", dass ihr Sohn (ca. halber Monat älter als unserer) drei Stunden Mittagsschlaf am Stück macht. Ich saß da und erwischte mich dabei neidisch auf sie zu sein. Drei Stunden am Stück! Was würde ich dafür manchmal geben?  Und was dafür, dass unser Sohn einfach so einschläft? 

Es ist so, dass der kleine König von Anfang an auf Papas Arm unter Schaukeln eingeschlafen ist. Am Anfang fand ich das super, dachte ich noch "Klasse, dann gewöhnt er sich nicht so daran an der Brust einzuschlafen". Da wir beide die erste Zeit zu Hause waren, nahm der Papa ihn meistens zum Schlafen - zumal er bei mir auf dem Arm immer protestierte... Da war eben was, was der Papa nicht hat. Aber ich wollte ihn ja auch mal hinlegen und musste dies auch schon bald tagsüber - also ließ ich ihn an der Brust einschlafen. Mit dem Resultat, dass der kleine König nur noch durch Schaukeln auf Papas Arm oder an Mamas Brust einschlief... Schon seit einiger Zeit beklagte ich mich bei anderen Müttern und meiner Hebamme, dass ich es schön finden würde, wenn der Kleine von alleine einschlafen würde und sagte, dass er sofort laut schreien (nein, nicht meckern) würde, wenn ich ihn in sein Bett, unser Bett etc. alleine oder gar neben uns zum Schlafen lege. "Du hast ihn verwöhnt!", "Der weiß jetzt schon wie er seinen Willen durchsetzen kann! Lass ihn schreien!" etc. hörte ich von allen Seiten. Ich war verunsichert - hatte ich alles falsch gemacht? Obwohl mein Mama Herz und das Papa Herz weinten, beschlossen wir den bösen Stimmen zu "gehorchen" und das Ganze auszuprobieren - ihn zu "entwöhnen", indem ich ihn schreien ließ (ich saß neben ihm und streichelte ihn) - mit dem Resultat, dass ich mich noch viel schlechter fühlte und mein Sohn auch tagelang noch brüllte und dann erschöpft einschlief (es hieß, dass es nach maximal einer Woche besser wird... ne). Wir nahmen ihn wieder auf den Arm bzw. an die Brust. Sobald er schlief, legten wir ihn in unser oder sein Bett. 


Doch dann fing es irgendwann vor längerer Zeit schon an, dass er tagsüber nach ca. 30min wieder wach wurde. Obwohl er noch müde aussah, bekam ich ihn in der Regel nicht mehr schlafen - manchmal mit erneutem Stillen - mit der Aussicht, dass er dann seinen Mittagsbrei nicht mehr wollte (wieso wohl?!). Auch einen Schnuller kann ich nicht reinstecken, weil er trotz mehrfachem Ausprobieren und diversen Schnullerarten er keinen nimmt. In den meisten Fällen nahm bzw. nehme ich ihn also hoch. Nach spätestens zwei Stunden reibt er sich wieder wie wild die Augen. Wir legen ihn wieder hin - nach ca. 30min höre ich ihn wieder. Ich schaffe nichts und beobachte mich genervt zu sein. Manchmal schaut er mich lächelnd an, manchmal ist er irritiert, manchmal schreit er. Ich dachte und denke wieder drüber nach - über die Tiefschlafphase und die Traumschlafphase, in der es doch heißt, dass die Kinder ihre Umgebung kontrollieren. Dadurch dass er an der Brust bzw. auf dem Arm einschläft, wacht er also nie so auf, wie er eingeschlafen ist. Liegt darin das Problem? Aber wenn es so wäre - warum geht es nachts dann? Der einzige Unterschied ist, dass es leider tagsüber recht hell im Raum ist (ein Plissee ist bereits bestellt!) - mag das der Grund sein? Eine Freundin hingegen hatte genau das gleiche Problem - ihr Sohn konnte nicht alleine einschlafen und schlief tagsüber nur ca. 30min am Stück. Nach einigen Monaten fing das sogar nachts wieder an - 9-10 Mal musste sie aufstehen... Sie hat das Ganze bis er 1,5 Jahre alt war durchgezogen, bis sie ihn völlig erschöpft schreien ließ... Und siehe da, er schlief durch und auch tagsüber länger als 30min am Stück... Wieder machte ihr mir Gedanken. Stellte in diversen Mutti-Onlinegruppen meine Fragen. Hier waren sich die meisten einig ihn an der Brust oder im Arm einschlafen zu lassen, weil er das scheinbar noch braucht. Aber für mein "Er schläft nur 30min am Stück" gab es keine Lösung. Was es auch immer ist: Ich würde gerne eine Lösung finden, die aber nicht nur mich, sondern vor allem auch meinen Sohn zufrieden stellt. Und ja, vielleicht versteht ihr jetzt auch, warum mir das Bloggen momentan so schwer fällt ;-). Aber dennoch: Ich werde es weiterhin versuchen und habe schon so manch Ideen im Hinterkopf :-)


Hattet oder habt ihr auch solche Schlafprobleme? Was könnt ihr mir als Tipps geben?


Liebe Grüße

Dienstag, 31. März 2015

Was Milchpumpen mit Matthias Schweighöfer zu tun haben

Um eins schon mal klarzustellen: Der deutsche Schauspieler Matthias Schweighöfer ist weder unter die Milchpumpen Hersteller gegangen, noch promotet er diese (zumindest ist mir das nicht bekannt ^^). Und nein, ich pumpe auch keine Milch für seinen Sohn ab. Aber alles mal der Reihe nach...

Schon vor meiner Schwangerschaft war mir klar, dass ich mein Studium auch mit Kind so schnell wie möglich beenden möchte. Schließlich handelt es sich dabei um ein Zweitstudium und irgendwann möchte auch ich mal anfangen Vollzeit zu arbeiten ;-). Dennoch war es mir ebenso wichtig mein Kind zumindest sechs Monate zu stillen. Da ich dreimal die Woche für 1-2 Vorlesungen/Seminare zur Uni muss und ich meinen Sohn natürlich nicht immer mitnehmen kann, war es von Anfang an klar, dass ich Milch für diese Tage abpumpen muss.

In der Apotheke habe ich mir die elektrische Milchpumpe Symphony von Medela ausgeliehen. Neu kosten die nämlich ein kleines Vermögen und ich wollte sie erstmal ausprobieren. Im Gegensatz zu einer Handpumpe, die ich ausprobierte, fließ die Milch hier relativ gut - und das ganz ohne Anstrengung. Und da eine Hand zum Festhalten reicht, kann man auch problemlos nebenbei im Internet surfen, lesen oder was auch immer einen entspannt (wenn einen das laute Geräusch nicht stört!). Der Vorteil der Symphony ist, - ohne andere elektrische Milchpumpen bewerten zu können - dass man hier zeitgleich Milch an beiden Brüsten abpumpen kann. Neben dem hohen Anschaffungspreis sehe ich nur einen einzigen anderen Nachteil: Das Gerät ist riesig und kann nicht mal eben unterwegs mitgeschleppt werden. Hier wäre wohl z.B. die Swing Maxi von Medela eine bessere Wahl.


Aber wie ist die abgepumpte Milch aufzubewahren und wie lange hält sie sich? Je nachdem ob sie schnell zum Einsatz kommen soll und wie sie gelagert wird, ergeben sich hierbei mehrere Möglichkeiten. Wer die Milch noch am selben Tag oder umgehend braucht, kann diese z.B. bei Zimmertemperatur (10-25°C) ca. 6 - 8 Stunden aufbewahren. Im Kühlschrank hält sie sich sogar - sofern ihr sie an die kältesten Stellen stellt! - ca. 2 - 3 Tage. Wer aber dauerhaft einen Vorrat ansammeln muss, der sollte sich Gedanken um das Einfrieren von Muttermilch machen.

Einfrieren
Für das Einfrieren braucht ihr natürlich einen passenden Behälter. Eine Möglichkeit sind spezielle Muttermilchbeutel, die leider ziemlich teuer sind: 25 Beutel von Lansinoh gibt es für ca. 7 Euro in diversen Drogerien zu kaufen! Die Beutel kann man mit bis zu 180ml Muttermilch füllen und anschließend mit dem jeweiligen Datum und der Flüssigkeitsmenge beschriften. Zumindest das Datum ist wichtig, damit ihr später wisst, ob die Milch schon abgelaufen ist oder nicht. Wenn euer Gefrierfach mindestens -18° C hergibt, könnt ihr - so habe ich es zumindest gefunden - die Milch bis zu sechs Monaten einfrieren. Gut zu wissen: Alle Abpumpmengen innerhalb von 24h, sofern sie immer gleich in den Kühlschrank gestellt wird, könnt ihr zusammen einfrieren!
Solltet ihr die Milch irgendwann gebrauchen, könnt ihr sie im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur schonened auftauen. Natürlich könnt ihr sie auch in einem Wasserbad erwärmen, wenn es schneller gehen soll - passt nur auf, dass der Topf nicht zu heiß wird, damit die wichtigen Nährstoffe nicht zerstört werden. Auf keinen Fall solltet ihr die Milch jedoch in der Mikrowelle erhitzen: Zum einen können hier leicht die Nährstoffe zerstört werden und zum anderen wird sie unterschiedlich stark erhitzt, was zu verbrannten Babyzungen führen kann.




Was man noch gebrauchen kann und was man beachten sollte
Neben Flaschen (am besten aus Glas) ist auch ein Vaporisator von Vorteil, sofern man öfter Flaschen verwendet. Dieser desinfiziert die Flaschen innerhalb von 8 Minuten, so dass nach dem Abwasch kein Auskochen im Topf mehr benötigt wird. Ebenso kann man diesen auch für Schnuller und Co. verwenden. Wir haben diesen hier und sind damit sehr zufrieden :-).
Bitte vergesst nicht die Flasche oft genug vor dem ersten großen Tag auszuprobieren: Was ist, wenn euer Mann plötzlich mit Kind und Flasche zu Hause sitzt, euer kleiner Racker die Flasche verweigert und Mamas Brust weit entfernt ist? Nicht schön...

Und was hat das alles mit Matthias Schweighöfer zu tun? Letzten Freitag hatte ich die Möglichkeit meinen deutschen Lieblingsschauspieler (nein, ich finde nicht, dass er nur wahnsinnig gut aussieht, sondern auch sehr gut spielt) bei einem Meet & Greet kennenzulernen. Damit ich zusammen mit einer Freundin diesen Moment genießen konnte (und mich nochmal wie 14 fühlen konnte), habe ich also vorher Milch abgepumpt, die mein Freund ihm eigentlich - während er auf uns wartete - geben wollte. Tja und letztlich lief es so ab, dass die Milch unseres Praxistests nicht gebraucht wurde und ich im VIP Bereich stillte bevor Matthias Schweighöfer in Begleitung von Joko Winterscheidt vorbeikam. Und so landete unser kleiner König also mit 6 Wochen auf einem kleinen Roten Teppich, während kleine und große Mädchen neidisch zu uns blickten ;-).


Habt ihr gelegentlich / regelmäßig abgepumpt bzw. tut es noch? Welche Handpumpe oder elektronische Milchpumpe hat euch überzeugt? Und wir habt ihr die abgepumpte Muttermilch aufbewahrt?


Liebe Grüße

Sonntag, 15. März 2015

Bevor ich Mama wurde...

Ein Leben mit einem Kind kann man sich evtl. ein wenig vorstellen: Man träumt davon wie man das Kind erzieht (und natürlich aaaalles richtig macht und das Kind IMMER artig ist - na klar :D!), wie man mit ihm Spaß haben kann usw. Man kann viel lesen - dank Blogs, Büchern und Internetseiten sowie Geburtsvorbereitungskursen, kann man viel lernen, aber: Letztenendes kommt es eh ganz anders als gedacht.

Bevor ich Mama wurde, habe ich gedacht, dass ...
 
... ich nach der Geburt wieder topfit bin
Ich stellte mir vor, dass ich - wenn ich keinen Kaiserschnitt haben würde - gleich wieder topfit bin. Schließlich hatte ich auch in der Schwangerschaft nicht wirklich viele Beschwerden. Wochenbett - ach was. Rumliegen - das brauche ich nicht. Denkste! 2-3 Wochen ging es mir #!f*!. Jede Bewegung tat weh. Zudem hatte ich auch schön - zum Glück nur 1-2 Tage - einen Baby Blues (sagt man das so?): Wegen jeder Kleinigkeit habe ich geheult und war einfach überfordert.

...der Bauch ein paar Tage nach der Geburt ansatzweise wie vorher aussieht
Ja ne. Ich sah noch immer einige Tage nach der Geburt sehr schwanger aus und war sehr irritiert. Dass der Bauch bzw. die komplette Figur nicht gleich wieder wie ein Topmodel aussah (nicht, dass er das jemals ansatzweise tat ^^) war mir klar, aber ich fühlte mich, als würde ich in kürzester Zeit ein zweites Kind austragen. Mittlerweile weiß ich, dass das normal ist - schließlich habe ich ja nicht per geplanten Kaiseschnitt mein Kind einige Wochen eher geholt wie manch ein Promi *hust*. Dennoch freue ich mich auf den Moment, wenn ich wieder in meine Pre Schwangerschaft Jeans passe - denn nach fünf Wochen ist mein Becken leider immer noch zu breit und so laufe ich weiter in meinen Umstandshosen und Leggings rum ;-).


Das Foto entstand ca. 1,5 - 2 Wochen nach der Geburt. Unser erster längerer Spaziergang, der übrigens noch viel zu anstrengend für mich war - auch wenn man das hier nicht sieht.

... ich mit etwas weniger Schlaf gut zurechtkomme
Da ich auch vor der Schwangerschaft immer eher wenig geschlafen habe, bin ich davon ausgegangen, dass mir der immer beschriebene Schlafmangel junger Eltern nichts ausmachen würde. Würde ich es vielleicht mal schaffen, früh einzuschlafen, wäre das wohl auch kein Problem. Da ich es aber selten vor Mitternacht ins Bett schaffe - egal wie müde ich bin - haben auch mich die nächtlichen "Ruhestörungen" die ersten Tage "wahnsinnig" gemacht. Mittlerweile schaffe ich es immerhin oft um 23:00h schon einzuschlafen und zudem wird der Kleine auch gar nicht mehr sooooo oft nachts wach bzw. war von Anfang an recht human mit uns :-P

... ich nicht ganz so unsicher bin - schließlich habe ich Erfahrung mit Babys und Kindern
Denkste! Ich war am Anfang unsicher wie nie zuvor. Obwohl ich schon auf zig Babys und Kinder aufgepasst habe, war es dieses Mal anders. Plötzlich habe ich die Verantwortung für ein kleines süßes Wesen und kann sie nicht mal eben wieder abgeben. Wenn ich ein "fremdes" Kind einmal falsch halte, mag das nicht gravierend sein. Wenn ich aber mein eigenes Kind, was immer bei mir ist, falsch halte, sieht das schon anders aus.

... das Stillen easy peasy ist und gleich super funktioniert
Und ja mittlerweile ist es beinahe easy peasy, aber... es war ein schmerzvoller Weg. Ich hatte die ersten Tage teilweise panische Angst vor der nächsten Mahlzeit, weil jedes Andocken höllisch weh tat und ich heulend neben dem Kind lag - nicht gerade fördernd in dieser Situation! Ebenso war ich fest davon überzeugt, dass ich nicht genügend Milch hatte, was den Milchspendereflex nicht auslöst, wenn man sich so stresst. Ein Teufelskreis!

... ich sicher regelmäßig zum Bloggen komme / etwas schaffe, schließlich schlafen Neugeborene ja noch soooo viel
Ätsch! Wieder falsch gedacht. Richtig ist zwar, dass er viel schläft - vorzugsweise aber auf dem Arm. Sobald wir ihn in seine Wiege ablegen, geht das Gebrüll los. Somit liegt er gerade auch auf meinem Bauch, während ich hier versuche zu tippen. Hat jemand für mich ein tolles Video für Tragetechniken mit dem Tragetuch? Wir haben hier zwar eins, aber irgendwie wirkt das alles noch so unstabil, wenn ich ihn reinlege, dass ich mich das bisher nicht traue, damit rumzulaufen.

... meine Klamotten bzw. eher Papas (gut so!) sooo häufig sämtliche Flüssigkeiten des Babys magisch anziehen
Okay zugegeben, ...ja, dass man gerade bei Jungs beim Wickeln gut aufpassen muss, weiß ich spätestens nachdem mein Neffe mich einmal schön angepinkelt hat, aber nun beim täglichen Wickeln öfter mal mit dieser Situation konfrontiert zu werden, erfordert eine gute Reaktionsfähigkeit :D. Ebenso hätte ich nicht gedacht, dass Babys so weit kackern können (gut, dass Papa da stand...) und sooooo viel spucken können. Lieber Sohn, verzeihe mir, dass ich gerade sämtliche intime Flüssigkeiten von dir beschreibe, aber...hey, du bist ganz normal.

... so viele Leute einem zur Geburt gratulieren und einen bzw. das Baby beschenken
Klar, von Familie und Freunden erwartet man Glückwünsche und auch wenn ich hier auf meinem Blog schreibe, dass ich Mama geworden bin, rechnet man mit ein paar Glückwünschen. Aber dann kamen da noch so viele schöne Geschenke sowohl von Familie und Freunden, als auch von mir eher unbekannten Leuten (Freunde meiner Eltern etc.), mit denen wir wirklich nicht gerechnet haben. Und sogar einen Blumenstrauß kam hier überrasschend per Post an:


Vielen Dank an die Firma Pixum, die mich mit diesem Blumenstrauß überraschte - ich habe mich sehr gefreut.

... Ausflüge mit Baby so viel komplizierter sind
Wir waren vor einigen Tagen das erste Mal in Hamburg. Plötzlich waren wir auf Aufzüge angewiesen, die man a) erstmal finden muss und b) davor erstmal warten muss, bis die zwei Kinderwagen mit ihren Muttis vor uns den Aufzug genutzt haben. Und dazu kommt natürlich noch, dass Babys gerne nochmal die Windel vollhauen, wenn sie gerade ihren Winter Overall anhaben und wir los wollen ;-).


Ich denke, dass ich diesen Satz "Bevor ich Mama wurde, dachte ich, dass ..." noch sehr sehr häufig in den nächsten Jahren vervollständigen kann, aber natürlich ist es auch interessant eure Seite kennenzulernen:


Was war für euch als Mama und Papa neu oder unerwartet? Was hättet ihr euch vor eurer neuen Rolle niemals gedacht?


Liebe Grüße


Sonntag, 18. Januar 2015

Windelfrei - es geht auch ohne Windeln

Naaaa, hat jemand sich schon darüber Gedanken gemacht, ob der kleine König schon die Welt von Mama und Papa erobert hat?! :D Falls das der Fall sein sollte - ich kann euch beruhigen: Wie gewünscht, strampelt er noch im Bauch seiner Mama rum und das darf auch gerne noch so bleiben. Denn ein paar wenige Tage bleiben ihm noch, um nicht als Frühchen eingestuft zu werden und außerdem möchte die Mama - nennt es Wahnsinn - noch vier Tage vor dem errechneten Termin die letzte Klausur in der Uni mitschreiben, um dann ganz entspannt die ganzen Semesterferien mit Papa und Sohnemann zu genießen. Denn noch geht es mir wirklich gut. Bis auf einen Fehlalarm mit nächtlichem Ausflug zum Krankenhaus war hier wirklich alles mehr oder weniger ruhig. Obwohl hier gerade so viele Veränderungen auf mich zukommen, die nur indirekt mit dem Baby zusammenhängen.


Aber genug von mir, denn heute soll es natürlich auch thementechnisch auf meinem Blog weitergehen. Vor einigen Wochen bin ich auf ein Thema gestoßen, was mich seitdem beschäftigt und welches ich euch nicht vorenthalten möchte: Wie ihr mittlerweile wisst, spielen wir mit dem Gedanken unseren kleinen König mit Stoffwindeln zu wickeln. Gute Gründe dafür gibt es hier zu lesen - ebenso Gründe, die gegen Plastikwindeln sprechen. Ich sage bewusst "mit dem Gedanken spielen", weil wir es locker angehen wollen und testen wollen, ob wir damit zurecht kommen. Wenn es nicht klappt - auch gut, dann gibt es eben doch die "normalen" Windeln. Letztenendes soll es ja keine Qual sein, sondern Mama, Papa und Baby zufriedenstellen.
Neben den Stoffwindeln und Wegwerfwindeln gibt es aber noch eine weitere Methode, die sich mit den Ausscheidungen eines Babys beschäftigt: Windelfrei bzw. Topffit. Und falls ihr jetzt eure Stirn runzelt und euch fragt, was das denn sein soll bzw. wie das denn bitte von Anfang an funktionieren soll ohne jeden Tag einen Haufen Wäsche zu waschen - keine Angst, so habe ich auch zunächst geguckt ;-).
Wenn ich das Wort Windelfrei höre, assoziiere ich eher 2-3jährige Kinder damit, die gerade trocken geworden sind - nicht aber ein Baby. Als ich also mehr über die Methode las und erfuhr, dass bereits Babys eine windelfreie Erziehung genießen können, wurde ich skeptisch und gleichzeitig extrem neugierig. 
Auch wenn ich absolut noch keine praktische Erfahrung mit dieser Methode habe und ich auch noch nicht weiß, ob wir diese Methode ausprobieren werden, habe ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt und möchte euch heute davon berichten. Denn klar würde ich auch gerne eure Meinungen dazu wissen - schließlich soll das hier auch ein Blog sein auf dem wir über Themen diskutieren, die die Gesellschaft "spalten". Denn ich bin mir sicher, dass dieses Thema sehr viel Diskussionspotential bietet ;-).
 
Im Vordergrund dieser Methode soll aber nicht die tatsächlich windelfreie Erziehung im Sinne von "Juhu, ich spare Geld an Windeln und produziere keinen Müll" (wobei das für mich auch durchaus gute Gründe sind) stehen, sondern viel mehr die Bindung zwischen Mama bzw. Papa (oder wer auch immer noch einbezogen wird) und dem Baby von Anfang an zu fördern. Der Mensch hat von Anfang an bereits das Bedürfnis trocken / sauber zu werden und so kommt es häufig vor, dass gerade sehr junge Babys bei einer vollen Windel anfangen zu weinen wie sie es auch tun, wenn sie müde oder hungrig sind. Sie signalisieren uns also, dass sie von der Windel befreit werden wollen. Bei der Windelfrei Methode soll genau auf diese Signale geachtet werden bzw. schon auf Signale, die das Baby VOR der vollen Windel sendet. Mama, Papa oder wer auch immer mitmacht, hat dann die Möglichkeit das Kind über ein Töpfchen, eine Schale oder die Toilette abzuhalten - ohne dass das Baby in einer vollen Windel sitzt. Wir helfen also dem Baby sauber zu bleiben, da es natürlich noch nicht selbst aufs Töpfchen oder die Toilette kann ;-).
Wer die Methode anwenden möchte, sollte am besten vor dem vierten Monat damit beginnen. Denn bei späterem Beginn kann es sein, dass die Signale des Babys nicht mehr ausreichend sind, da es sich schon an die Windel gewöhnt hat - was eben auch oft dazu führt, dass das Sauberwerden im Kleinkindalter gar nicht so einfach ist.

Auf den ersten Blick hört sich das alles erstmal wahnsinnig kompliziert an. Denn wer schafft es schon 24 Stunden am Tag auf die Signale des Babys zu achten oder einen geeigneten Toilettenplatz unterwegs zu finden? Aber... Windelfrei bedeutet nicht, dass man komplett auf Windeln verzichten muss. So wird in unsererer westlichen Gesellschaft viel mehr ein Mix aus Windelfrei und z.B. Stoffwindeln betrieben. So lassen Eltern ihr Baby oft zu Hause windelfrei rumrennen und können unterwegs oder in besonderen Momenten auf eine Windel zurückgreifen.

Um den Eltern eine windelfreie Erziehung im Alltag zu erleichtern, gibt es auch für diese Methode diverse Produkte. Neben einem Abhaltegefäß (es taugt auch erstmal eine normale Backschüssel!) gibt es so auch diverse Kleidungsstücke, die ein schnelleres Abhalten ermöglichen und so weniger "Unfälle" verursachen. Denn klar, manchmal muss es auch ganz schnell gehen und da ist ein Strampler, den man erstmal komplett runterziehen / aufknöpfen muss eher unpraktisch. Eine große Produktvielfalt könnt ihr z.B. in dem wunderschönen Shop Blumenkinder (auf für Stoffwindeln super!) finden.

Neben dem Bindungsverhalten und dem niedrigeren Müll-/Wäscheverbrauch (zumindest wenn nichts daneben geht ^^) sehe ich vor allem die Bewegungsfreiheit des Kindes als positiv an. 

Wer mehr darüber erfahren möchte, empfehle ich das Buch "TopfFit! Der natürliche Weg mit oder ohne Windeln" von Laurie Boucke. Ich selbst habe es gerade durchgelesen und fand es sehr informativ. Wer erstmal nur auf Internetlinks zurückgreifen möchte - dem empfehle ich diese Seite.


Was haltet ihr von dieser Methode? Überlegenswert oder völliger Quatsch? Gibt es hier vielleicht sogar Mütter oder Väter, die Erfahrung damit haben? Sowohl negative als auch positive? Wie ist es mit Arbeit etc. kombinierbar? Nutzt ihr Hilfen wie "windelfreie" Kleidung?


Gerade bei diesem Thema bin ich sehr gespannt auf eure Antworten.

Liebe Grüße

Mittwoch, 19. November 2014

Babybauch Fotografie - eine wunderbare Erinnerung aus der Schwangerschaft

Neun Monate (bzw. zehn Monate), die für immer dein Leben ändern. Neun bzw. zehn Monate, die der Anfang einer wunderbaren Zeit sind. Monate, in denen du dich intensiv auf deine neue Rolle vorbereiten kannst. 
Am Anfang geht alles noch so langsam voran - es passiert ja auch nichts Großartiges: Der Bauch ist noch klein, den Bauchzwerg spürt man noch nicht und außer Beschwerden (zumindest bei einigen) hat man keine Anzeichen und fühlt sich überhaupt nicht schwanger - so ging es mir jedenfalls. Doch irgendwann befindest du dich am Ende deiner Schwangerschaft und alles geht so wahnsinnig schnell. Von einem Tag auf den anderen ist dann dein kleiner Liebling da, der Bauch verschwindet (zumindest etwas ^^) und du kannst dir gar nicht mehr vorstellen, wie dieses Baby jemals in deinen Bauch gepasst haben soll. Und schon ist das Kind da, fragst du dich: Warum habe ich damals eigentlich nichts/kaum etwas aufgeschrieben oder fotografisch festgehalten.

Die Schwangerschaft ist eine besondere Zeit, die man für immer in Erinnerung behalten möchte. Viele Paare fotografieren wöchentlich ihren wachsenen Bauch. Doch wer nicht unbedingt ein fotografisches Händchen hat, kann schnell enttäuscht werden - werden die Fotos nicht so, wie man es so oft sieht, wenn man Babybauch und Fotografie im Internet sucht. So geht es mir zumindest - wenn ich meine wöchentlichen Bauchupdates fotografiere. Zumal sich die Pärchenfotos der werdenen Eltern als schwierig gestalten - möchte man diese ja nicht mit dem berühmten "Selfie-Arm" machen oder stundenlang vor dem Selbstauflöser rumhopsen bis endlich mal ein vernünftiges Bild entsteht. 

Neben der Privatfotografie hat man aber auch die Möglichkeit einen Fotografen aufzusuchen, der nicht nur später dein Neugeborenes in Szene setzen kann, sondern auch deine Bauchmomente wunderbar festhalten kann.
Meine Leserin Eileen, zur Zeit schwanger, hat dies auch getan und hat sich zusammen mit dem werdenen Vater vor die Kamera einer Fotografin gestellt und hat mir angeboten diese auf meinem Blog zu zeigen. Vielen, vielen Dank dafür!
Fotos: Christina Opeldus

Die witzigen Fotos sind neben anderen sehr privaten Fotos beim Shooting entstanden, was Eileen jeder Schwangeren nur empfehlen kann.

Wir haben diese Fotos bisher wie gesagt noch nicht gemacht und machen wöchentlich Fotos zu Hause. Ärgern tue ich mich aber manchmal schon, weil ich meist mit dem Resultat nicht zufrieden bin. Eigentlich wollte ich damit später ein Stop Motion Video machen (schaut euch unbedingt mal dieses Video an), aber das wird leider nichts mehr :-(. Vielleicht beim zweiten Kind...

Habt ihr auch professionelle Fotos in eurer Schwangerschaft gemacht? Oder habt ihr einfach selbst die Fotos gemacht? Oder vielleicht auch gar keine?


Liebe Grüße

PS: Wie Eileen dürft ihr mir SEHR gerne Artikelvorschläge und Material schicken. Mamischnack soll wie bereits erwähnt ein Blog zum Austauschen von Eltern sein. Schaut einfach mal hier vorbei oder schreibt mir gleich eine E-Mail. Bitte habt aber Verständnis, wenn ich nicht sofort antworte.

Dienstag, 11. November 2014

Stoffwindeln vs. Wegwerfwindeln

Schade, dass es nicht die Möglichkeit gibt meine Leser, just in diesem Moment, zu beobachten. Wie gerne würde ich jetzt in eure entsetzten, angewiderten Gesichter blicken - die stelle ich mir zumindest vor, wenn ich an die Mehrheit der Bevölkerung denke, wenn sie das Wort Stoffwindel hört: "Stoffwindeln?!? Nein, danke. Das ist ja ekelhaft!"

Zugegeben, ich hätte auch nie gedacht, dass ich mir darüber mal Gedanken machen werde. Wegwerfwindeln sind doch gängig, warum also Gedanken über Stoffwindeln machen? Und sind Stoffwindeln eigentlich hygienisch? Bin ich jetzt Öko? Und dann dieser Aufwand - lohnt sich das? Aber dann fragte ich mich: Wie sieht es denn mit den Wegwerfwindeln aus? Sind die denn gut? Wie werden sie denn produziert - was kommt da an den Babypo? - und was produziere ich damit eigentlich für einen Müll? Und zu guter Letzt - was ist eigentlich günstiger? Die Stoffwindel oder die Wegwerfwindel? Seit meiner Schwangerschaft denke ich über Dinge anders nach: Ich will das Beste für mein Kind - auch wenn das Arbeit bedeutet....oder doch nicht?!

Ich entschloss mich also dazu ein bisschen nachzuforschen - mich auf die Spuren der Windelfabrik zu machen. Für mich selbst, aber auch für euch Leser. Wer weiß, vielleicht gibt es ja doch noch den einen oder anderen Leser, den ich mit dem Titel noch nicht verscheucht habe. Wer weiß, vielleicht gibt es auch den einen oder anderen angewiderten Leser, der trotzdem ein klitzeklitzekleines bisschen neugierig ist, weiterliest und seine Meinung am Ende sogar noch ändert.

Wer sich zum ersten Mal mit Stoffwindeln beschäftigt, stößt erstmal auf ein Wirrwarr der Begriffe. Am Anfang kam es mir vor, als würden die Stoffwindelmuttis und -vatis eine andere Sprache sprechen. AIO, Pockets, Prefold, Snappy - ich konnte damit nichts anfangen und in meinem Kopf bildete sich ein riesengroßes Fragezeichen. Ein Fragzeichen, was aber durchaus bereit war sich in ein Ausrufezeichen zu verwandeln :-). Vorher existierten in meinem Kopf höchstens Mullwindel und Wollhose zum Überziehen, was Stoffwindeln angeht. Also las ich und las ich, stellte Fragen über Fragen und schaute mir youTube Videos an. Sprach mit dem Papa des kleinen Bauchzwergs (der muss schließlich wenn mitziehen) und holte mir sogar eine Stoffwindelberatung ins Haus. Was man nicht alles für den Knirps tut.

Bevor ich anfange - hier erstmal zwei Fotos für euch, damit ihr euch was darunter vorstellen könnt (es sind zwei verschiedene Systeme und für die Mullwindeln braucht ihr noch eine Überhose - wird unten erklärt): 



Natürlich ist es schwer euch jetzt ein Fazit zu geben - schließlich ist das Baby noch nicht da und der Teddy, den ich zum Üben benutzt habe, bewegt sich eher wenig und unten kommt auch nichts raus :D. Dennoch versuche ich mal ein paar Infos zusammen zu tragen und verweise am Ende auch nochmal auf ein paar Seiten. 

Ein Hauptargument für die Stoffys ist für viele, dass sie viiiiel weniger Chemie enthalten - denn wer sich mal mit der Produktion von den üblichen Plastikwindeln beschäftigt, wird entsetzt sein. Angeblich (wie gesagt, das kann ich schlecht bestätigen) sollen Stoffwindelkinder auch weniger Probleme mit wundem Po haben und - weil sie noch ein Nässegefühl kennen - schneller trocken werden.
Ein weitereres wichtiges Argument: Der Müllverbrauch. Zählt doch mal durch, was ihr täglich an Windelbergen produziert - wie voll die Tonnen jedes Mal sind. Wenn ihr Stoffwindeln benutzt, fällt dieser Müll nicht an. Einmal angeschafft, könnt ihr sie für weitere Kinder nutzen - und danach sogar noch für einen hohen Preis verkaufen! Denn ja, auch wenn das erstmal eklig klingen mag: Man kann problemlos Stoffys gebraucht kaufen!

Na toll und dafür soll ich jetzt "vollgekackte" Windeln empfangen und in die Waschmaschine stopfen? Nein, Stop....Aufklärung! NATÜRLICH kann es mal sein - gerade wenn Montezuma's Rache unterwegs ist - dass mal was daneben geht usw., aber... wenn es gut läuft (haha), wird das große Geschäft von Vlies aufgehalten, von dem eine Lage in jede Windel gelegt wird. Dieses gibt es sowohl zum Waschen als auch zum Wegwerfen - was dann eben minimalen Müll produziert. Aber selbst das Einmalvlies kann man - bei z.B. Urin / Muttermilchstuhl - meist problemlos mitwaschen und noch ein paar Mal benutzen.

Schön und gut ...und dann soll ich jetzt jeden Tag vor der Waschmaschine hocken und Windeln waschen? Nein, muss man nicht. Sofern ihr genügend Windeln habt (man empfiehlt 20-25 Stück - aber es kommt auch immer auf euer System an), müsst ihr meist alle 2-4 Tage waschen. Hierbei muss aber erwähnt werden, dass man für bestimmte Materialien (z.B. Bambus) spezielles Waschmittel nutzen muss, da man sich ansonsten auf Dauer die Windeln ruiniert (z.B. verliert sie dann an Saugfähigkeit). Was ihr natürlich ebenso einplanen müsst, ist die Trockenzeit - an der frischen Luft, im Zimmer oder im Trockner. Je nach System und Material muss man hier unterschiedlich viel Zeit einplanen.

Die Kosten variieren wirklich sehr und können einen am Anfang echt umhauen. Denkt aber daran - wie schon oben erwähnt - dass ihr sie für weitere Kinder nutzen könnt und sie für einen hohen Preis wieder verkaufen könnt! Ob man tatsächlich auch wirklich viel sparen kann, kommt immer auch auf die Systemvariante und Marke an.
Die preisgünstigste Variante sind tatsächlich die Mullwindeln - die man ja überall hinterhergeschmissen bekommt. Hierfür werden jedoch auch noch Überhosen benötigt, die aber in der Regel nicht beschmutzt werden und von daher öfter verwendet werden können, bevor sie in der Waschmaschine landen. Überhosen sind wichtig, da die ganze "Suppe" sonst in die Kleidung einziehen kann :-). Das Falten der Mullwindeln ist natürlich etwas aufwendiger und "Oldschool" - dafür sollen sie aber gerade am Anfang hervorragend für den Muttermilchstuhl sein. 
Deutlich teurer sind z.B. die AIOs (All in One) - also ein Windelsystem, das bereits komplett ist und eben keine Überhosen etc. mehr braucht. Der Vorteil ist, dass sie eigentlich wie Wegwerfwindeln verwendet werden und so auch für Oma, Opa, Babysitter und Co. verwenden kann - ohne diese zu überfordern. Die Anschaffung ist wie gesagt aber etwas teurer und ihr müsst dann auch immer die komplette Windel waschen. Ihr habt so insgesamt einen größeren Wäscheberg, was ja auch wieder bedeutet, dass ihr höhere Waschkosten habt. Dadurch dass sie komplett ist, dauert die Trockenzeit auch meistens etwas länger - aber auch das ist abhängig von der Materialwahl. Das sind jetzt nur mal zwei Varianten und jedes System hat seine Vor- und Nachteile.
Wie bereits erwähnt, gibt es auch in der Materialwahl große Unterschiede - ob Baumwolle oder Bambus, Klett oder Snaps. Für jeden ist etwas dabei.
Was noch ganz nett zu erwähnen ist: Es gibt sowohl Mitwachswindeln (meist ab 3,5/4kg bis Ende der Windelzeit) als auch Größensysteme für Neugeborene und Ältere. Je nach Größe und Form des Babys, passt das eine oder andere besser. 

Wer sich unsicher ist, kann auch erstmal Testpakete kaufen oder leihen und sich durch die einzelnen Windelsysteme und -materialien durchkämpfen.

Was mich neben den ganzen umweltfreundlichen Aspekten anspricht, sind die absolut niedlichen Designs der Stoffwindeln. Ja ja, es ist nur eine Windel - aber wer sich mal in Stoffwindelgruppen aufhält, der merkt ganz schnell wie süchtig diese Dinger machen. Da können euch einige Muttis und Vatis was anderes erzählen, wenn es heißt, dass 20-25 Stück reichen ;-). Bei manchen habe ich das Gefühl, dass sie gleich einen eigenen Laden aufmachen möchten - aber ...die Designs sind ja auch wirklich unglaublich niedlich :-).

Wie gesagt - das war jetzt wirklich nur eine kurze Zusammenfassung. Wer sich weiter mit Stoffwindeln beschäftigen möchte, sollte mal auf folgenden Seiten vorbeischauen:
Besonders toll finde ich den YouTube Chanel NewMamasWorld - ich glaube, ich habe mittlerweile fast alle Videos durch und habe darüber sehr sehr viel gelernt. Ganz besonders toll finde ich auch das Video wie man eigene Feuchttücher herstellen kann!
Wer noch mehr in schriftlicher Form über Stoffys lernen möchte, dem empfehle ich StoffyWelt - wo ihr auch gleich shoppen gehen könnt (schaut mal in der Navigation links unten) ;-). Ich selbst habe dort noch nicht bestellt, werde es aber sicherlich bald nachholen.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob wir tatsächlich (vollständig) mit Stoffwindeln wickeln werden. Versuchen möchte ich es auf jeden Fall. Ebenso bin ich neugierig auf eure Kommentare:


Gibt es hier bekennende Stoffy-Muttis und -Vatis? Was war euer Beweggrund für diese Entscheidung? Für welches System habt ihr euch entschieden oder wechselt ihr ständig? Welche Tipps könnt ihr mir geben und wie macht ihr das, wenn ihr auf Reisen geht?
Gibt es hier auch Muttis und Vatis, die mit Stoffwindeln angefangen haben und wieder aufgehört haben? Was waren eure Gründe?


Liebe Grüße